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Wirtschaft in Ganderkesee Meyer Technik in Ganderkesee setzt auf den Iran

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 17.03.2016, 20:03 Uhr

Die Wirtschaft im Iran ist durch den Boykott des Westens ins Hintertreffen geraten. Meyer Technik in Ganderkesee will den Erneuerungsschub beflügeln.

Betriebe im Iran brauchen „Know How made in Germany“. Dieser Eindruck hat sich bei Uwe Westphal, Uwe Drees und Hossein Farshidfar in den letzten Tagen verfestigt. Der Vertriebsleiter der Unternehmensgruppe Meyer Technik, der Geschäftsführer der Meyer-Firma G&M Automation und der Projektleiter Hossein Farshidfar sind am Mittwoch nach gut einer Woche im Iran mit der Zuversicht in den Firmensitz im Gewerbegebiet Urneburg zurückgekehrt, dass sich in naher Zukunft deutsch-iranische Wirtschaftsprojekte ergeben, an denen die Ganderkeseer beteiligt sind.

Hunger nach Entwicklung

In diesen Tagen mit rappelvollem Terminkalender wurden erfolgversprechende Gespräche über gemeinsame Projekte geführt, die sich nach der Wirtschaftsreise mit Landesminister Olaf Lies in den entwicklungshungrigen Staat im Oktober 2015 ergeben haben. Der Hunger nach Entwicklung der Wirtschaft hat sich in den Jahren des Wirtschaftsboykotts aufgebaut, den der Westen über den Iran wegen dessen Atompolitik verhängt hatte und der im Sommer 2015 aufgehoben wurde.

Consulting-Firma hilft in Teheran

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, begründet Vertriebsleiter Westphal die zweite Iran-Reise der mittelständischen Firmengruppe aus Ganderkesee innerhalb weniger Wochen. Noch gebe es keine Vertragsabschlüsse, aber nach intensiven Gesprächen Kontakte, die konkret werden können. Mit einer Consulting-Firma in Teheran, die vor Ort bei der Vermittlung von Geschäften hilft, stünden jetzt Verhandlungen über Erfolgshonorare an. „Alles wird vertraglich sauber geregelt“, versichert Geschäftsführer Drees.

An private Unternehmen gehalten

Die Wirtschaftsgespräche haben die Delegation aus Ganderkersee teils im Hotel, teils bei Besuchen in Betrieben und manchmal auch während der Autofahrt durch das Teheraner Verkehrsgewühl geführt. Jede Minute sei genutzt worden, berichten die Ganderkeseer. „Wir haben uns an private Unternehmen gehalten“, berichtet Drees, „die staatlichen kommen noch nicht an Kredite.“

Kaffee im Land der Teetrinker

Unter anderem wurde ein Kaffeehersteller im 1000 Kilometer entfernten Mashhad nahe der Grenze zu Turkmenistan besucht. „Der Iran ist traditionell ein Land der Teetrinker“, weiß Projektleiter Farshidfar aus persönlicher Erfahrung. Doch die Modernisierung sei vor allem in Teheran überall erkennbar. „Das Smartphone in der Hand junger Leute ist im Stadtbild selbstverständlich“, hat Drees beobachtet. Da sei der Schritt zum Coffee-to-go-Becher in der anderen Hand vorauszusehen. Es gibt also gute Aussichten für einen Aufschwung in der Kaffeeproduktion. Und schon kann G&M Automation, in Deutschland mit allen großen Kaffeeröstern geschäftlich verbandelt, mit im Boot sitzen. „Allerdings muss noch ausgerechnet werden, wie deutsche und iranische Preise unter einen Hut zu bringen sind“, gibt Vertriebsleiter Westphal zu bedenken.