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Wirtschaft in Ganderkesee Mit Behinderung alltäglich gute Arbeit

Von Reiner Haase | 18.08.2015, 23:35 Uhr

Die Delme-Werkstätten und K-Nord bieten Menschen mit Behinderung in Ganderkesee Arbeitsplätze. Auf der Sommertour mit dem Abgeordneten Focke hat die örtliche CDU Details erkundet.

Betriebsbesichtigungen in den Delme-Werkstätten und bei K-Nord in Ganderkesee sind für den CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke und einige Parteifreunde aus dem CDU-Gemeindeverband Ganderkesee gestern zu kleinen Lehrstunden über die Arbeitsleistungen von Menschen mit Behinderungen geworden. Delme-Betriebsleiter Stefan Martens stellte den Gästen Arbeitsbereiche in den Werkstätten mit Fertigkeiten vor, die keine Maschine leisten könne. Und die K-Nord-Leitung hat laut Geschäftsführer Andreas Lange entschieden, lieber Menschen mit einer Behinderung Arbeitsplätze zu bieten, als den einen oder anderen jungen Menschen auszubilden.

Guter Name in der Region

Vor allem mit der Wäscherei mit angegliederter Näherei und mit der Zuarbeit für den Automobilzulieferer ZF hätten sich die Delme-Werkstätten einen guten Namen in der Region erarbeitet, berichtete Delme-Betriebsleiter Martens. Dazu gibt es dem Behinderungsgrad der Beschäftigten angepasste mehr oder weniger geschützte Arbeitsplätze, unter anderem solche für Menschen mit Behinderung, die sich dem Rentenalter nähern. Gut ausgelastet ist die noch recht junge Fahrradwerkstatt, in der wie in der Wäscherei auch externe Aufträge abgearbeitet werden. „Wir bieten unsere Dienstleistungen zu Marktpreisen an“, so Martens. Allerdings fürchtet er um Arbeitsplätze in den Werkstätten mit 275 Menschen mit Behinderung und 75 sonstigen Mitarbeitern in Ganderkesee und Urneburg, weil konventionelle Firmen in den Markt fürs Konfektionieren und Verpacken von Autozubehörteilen drängen.

Aus Werkstatt freie Wirtschaft

K-Nord beschäftigt 50 Arbeitnehmer in den Bereichen Lärmschutz, Abfall und Logistik. Darunter sind zurzeit drei Menschen mit Behinderung aus den Delme-Werkstätten sowie einige darüber hinaus, die aus den Werkstätten in die K-Nord-Stammbelegschaft gewechselt sind. „An einige einfache Arbeitsplätze könnten wir auch frustrierte Hauptschulabgänger stellen. Uns sind aber Menschen, für die die Arbeit Freude und Erfüllung ist, lieber“, so Geschäftsführer Lange.

„Straßenbaupläne begraben“

K-Nord wünscht sich laut Lange dringend, dass die Ganderkeseer Politik endgültig den Uralt-Plan der Verlängerung der Westtangente mit Brücke über die Bahn genau zwischen dem Betriebssitz und einer Erweiterungsfläche begräbt. „Außer einigen Wenigen weiß jeder, dass die Straße hier wegen Naturschutz und anderen Gründen nicht gebaut werden kann“, so Lange. Der Landtagsabgeordnete Focke will das von K-Nord betriebene Verfahren zur biologischen Reinigung nitratbelasteten Grundwassers in der Politik bekannter machen. Es sei besonders für den Nachbarkreis Cloppenburg, aber zunehmend auch für den Landkreis Oldenburg interessant.