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Wochenlanges Durcheinander Schulbusverkehr in Ganderkesee und Hude wird neu ausgeschrieben

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 21.09.2017, 19:34 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Der Busverkehr in Ganderkesee und Hude wird neu ausgeschrieben. Im Westen des Kreises Oldenburg ergab der Konzessionärswechsel wochenlanges Durcheinander.

Am frühen Nachmittag geht es rund auf dem Busparkplatz am Schulzentrum Steinacker. Busse biegen vom Schürbusch her ein, halten vielleicht kurz für eine kleine Pause des Fahrers, oder es bleibt gerade genug Zeit, das Schild mit der nächsten Endstation hinter der Windschutzscheibe auszutauschen. Schülergruppen, die sich an bestimmten Plätzen versammelt haben, warten geduldig, bis sich die Tür öffnet, steigen zügig ein, und los geht es in den Heimatort. Alles wirkt bestens eingespielt.

Europaweite Ausschreibung

Fraglich ist, ob das in knapp einem Jahr auch noch so ist. Der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen hat das sogenannte Linienbündel Landkreis Oldenburg Nord, den Linien- und Schulbusverkehr in den Gemeinden Ganderkesee und Hude, europaweit ausgeschrieben. Bis Mitte Oktober können sich Verkehrsunternehmen bewerben. Der Zuschlag gilt ab 1. August 2018 für die nächsten zehn Jahre.

Örtliche bisher eingebunden

Konzessionär des Busverkehrs in Ganderkesee und Hude ist bisher das Unternehmen Weser-Ems-Bus, und der hat lokale Unternehmen wie Thiemann, Hutfilter und Schote eingebunden. Das muss nicht so bleiben, wie die die Ausschreibung des Linienbündels Oldenburg-West vor einem Jahr lehrt: Weser-Ems-Bus wurde ausgebootet, die Firma VOL des Vechtaer Busunternehmens Wilmering ist jetzt beauftragt. Zum Start des neuen Schuljahrs ergab das, wie berichtet, ein großes Durcheinander. Haltestellen wurden nicht angefahren. Schüler fanden den richtigen Bus nicht, kamen zu spät zur Schule und nach Hause. „Wir haben erhebliche Schwierigkeiten in den ersten zwei Wochen gehabt, dann abnehmend“, blickte Landrat Carsten Harings jetzt im Schulausschuss des Kreistags zurück. „Wir haben dazugelernt“, ergänzte Schulamtsleiter Maik Ehlers, auch mit Blick auf den möglichen Wechsel in knapp einem Jahr in Ganderkesee und Hude.

Planungssicherheit bedroht

Die örtlichen Unternehmen erwarten das Ausschreibungsergebnis gespannt. Thiemann aus Ganderkesee zum Beispiel ist nach eigenen Angaben mit sechs seiner zwölf Busse in den Linienverkehr eingebunden. Die Inhaberfamilie denkt über den Kauf eines neuen Busses nach. Die Entscheidung hängt auch davon ab, ob für weitere zehn Jahre sicher geplant werden kann.