Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Wohlfahrtstour Baltic Sea Circle Ganderkeseerin startet bei 7500-Kilometer-Rallye

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 28.02.2016, 20:34 Uhr

„Drivinglust“, unter diesem Namen wird die Ganderkeseerin Annika Stehr im Juni gemeinsam mit ihrem Freund Marcel Schultz im 20 Jahre alten Kleinbus bei dem 7500-Kilometer-Rundkurs „Baltic Sea Circle“ mitfahren. In dem Toyota Hiace starten sie als eines von 190 Rallyeteams.

Auf der nach Veranstalterangaben „nördlichsten Rallye auf dem Planeten“ wollen die beiden dabei aber nicht nur ihrer Lust am Fahren fröhnen. „Drivinglust“ geht bei der „Charity-Rallye“ für den guten Zweck an den Start.

Ganderkeseerin sagt spontan zu

Spontan habe sie den Entschluss gefasst, an der ungewöhnlichen Wohlfahrtstour teilzunehmen, verrät die 25-jährige Ergotherapeutin aus Ganderkesee, die erst seit Kurzem in Hamburg wohnt.

2009 hat sie ihr Abitur am Gymnasium Ganderkesee gemacht. Und auch als Volleyballerin bei Delmenhorster Vereinen ist sie in der Region bekannt.

Rallye zugunsten wohltätiger Projekte

Jedes teilnehmende Team zahlt als Startgeld eine 750-Euro-Spende für Wohltätigkeits-Projekte. Darüber hinaus haben sich die beiden auch eigene Hilfsziele gesetzt: „Wir sammeln bei Sponsoren für zwei Wohltätigkeitsorganisationen“, erläutert die Wahlhamburgerin.

Gesammelt werde für den Verein Deepwave, der sich für den Erhalt der Meere einsetzt. Als zweite Organisation haben Stehr und Schultz sich für die „Freunde fürs Lebens“ entscheiden. Diese sorgen sich um die Prävention von Suizid und Depressionen bei Jugendlichen. „Wir hoffen, insgesamt 1400 Euro – 700 für jeden Verein – einsammeln zu können“, sagt Annika Stehr.

Faible für alte Autos

Den alten Kleinbus steuerte ihr Freund bei. „Marcel ist im Automobilbereich tätig, und er hat ein Faible für alte Autos“, berichtet die Ko-Pilotin des Rallyeteams. Damit das betagte Gefährt, das schon um die 200.000 Kilometer auf dem Tacho hat, auch durchhält, lässt „Pilot“ Marcel den Toyota derzeit von einem befreundeten Mechaniker auf „Herz und Nieren“ durchchecken. „Stilecht wird der Kleinbus dann auch noch mit Rallyefolie beklebt“, kündigt sie an.

Start der ungewöhnlichen Rallye , die 2016 schon zum sechsten Mal stattfindet, ist am 18. Juni auf dem Hamburger Fischmarkt. In 16 Tagen sollen die 190 Teams zehn Länder durchqueren.

Skurriles Reglement

Die Voraussetzungen: „Alle teilnehmenden Motorräder, Autos oder Kleinbusse müssen mindestens 20 Jahre alt sein. Keiner darf ein Navigationsgerät nutzen, gefahren wird nur nach Karte und abseits von Autobahnen“, erläutert sie das skurrile Reglement.

Reiseziel Nordkap

Die Reise führt die beiden zunächst nach Dänemark, Schweden und dann zum nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes, dem Nordkap in Norwegen. Von dort aus geht es über Finnland weiter nach Russland. Murmansk ist der nächste große Stopp. Das Team muss von nun an wieder den Kompass auf Süden einstellen. Es geht dann durch die russische Landschaft bis St. Petersburg. Es folgen das Baltikum und Polen, dann geht es zurück in Richtung Hamburger Fischmarkt.

Team will bekannt werden

Damit ihre Spenden-Rallye zum vollen Erfolg wird, rührt der marketingerfahrene Automobilkaufmann schon jetzt die Werbetrommel. „Wir nutzen diverse Internetangebote, um auf uns aufmerksam zu machen“, benennt Annika Stehr die Strategie der beiden.

Die Fortschritte des Team im Kampf gegen den Verschleiß und schlechte Straßen können während der Fahrt bei Facebook , Twitter , Instagram und auch auf der eigenen Website verfolgt werden.

„Wenn alles klappt, und wenn die Technik nicht versagt, kann man unsere Route sogar live auf unserer Website mitverfolgen“, freut Annika Stehr sich.