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Wohnbau in Ganderkesee Wohnbau in Elmeloh verdrängt Natur auf geschützter Wiese

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 14.02.2016, 09:41 Uhr

In Elmeloh entsteht ein neues Baugebiet. Weil eine geschützte Fläche angetastet wird, soll für die Natur andernorts ein Ausgleich geschaffen werden.

Jahrelang sind die Vorarbeiten für ein kleines Neubaugebiet an der Agnes-Miegel-Straße in Elmeloh nicht vorangekommen. Dem Flächenverbrauch stand Naturschutz entgegen. Nun ist der Knoten offenbar geplatzt: Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat den Entwurf des Bebauungsplans ins Genehmigungsverfahren geschickt. Auf der 9000 Quadratmeter großen Fläche unweit der Grenze zur Stadt Delmenhorst können etwa neun Einzel- und Doppelhäuser errichtet werden. Dass die Fläche für die Bebauung geeignet ist und beplant werden soll, hatten die Ratsgremien schon im Sommer 2014 entschieden.

Ausgleich im zweiten Anlauf

Das Grünland an der Agnes-Miegel-Straße ist bisher geschützt, weil sich eine artenreiche Pflanzengesellschaft angesiedelt hat. Ohne Ausgleich des Eingriffs in die Natur unantastbar: Das war lange ein Hindernis. Eine erste von den Investoren angebotene Ausgleichsfläche ist bei den Behörden durchgefallen, weil sie schon als geschützt eingestuft ist. Jetzt hat man laut Peter Meyer, dem Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung im Ganderkeseer Rathaus, einen Landwirt an der Leine, der eine ökologisch weniger wertvolle Fläche extensiv bewirtschaften will, damit sie sich zu „mesophilem Grünland“ mit der gewünschten Artenvielfalt entwickeln kann.

Wallhecke und Krötenwanderweg

Wie Planerin Franziska Lüders, Plankontor Oldenburg, erläutert, ist das nicht der einzige ökologische Aspekt der Planung. Eine Wallhecke am Rand des Gebiets soll erhalten bleiben. Und es wird festgesetzt, dass ein Streifen ungenutzt bleibt, auf dem Kröten im Frühjahr aus ihren Lebensräumen zu den Laichgewässern und zurück wandern können.

Nein zu sozialem Wohnungsbau

Im Fachausschuss hat der Vorschlag der Grünen, in diesem Baugebiet sozialen Wohnungsbau zu realisieren, keine Mehrheit gefunden. Das rechnet sich laut Gemeindeentwicklungschef Meyer erst bei größeren Gebäuden, die an der Agnes-Miegel-Straße nicht zulässig sein sollen. Nicht abgestimmt, aber im Gespräch ist der Vorschlag der SPD, pro Einfamilienhaus oder Doppelhaushälfte mehr als eine Wohneinheit zuzulassen. Ratsfrau Christel Zießler begründet den SPD-Vorschlag mit dem Hinweis auf den Mangel an kleinen bezahlbaren Wohnungen in der Gemeinde Ganderkesee.