Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Wohnen im Landkreis Oldenburg Rathäuser am Zug bei Sozialbauten im Landkreis Oldenburg

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 21.12.2016, 17:43 Uhr

Die Grünen reklamieren für den Landkreis Oldenburg eine Steuerungsfunktion beim sozialen Wohnbau. Die anderen Parteien sehen den Ball im Feld der Kommunen.

Parteiübergreifend wird dem 2015 eingerichteten „Arbeitskreis bezahlbarer Wohnraum“ erfolgreicher Arbeit bescheinigt. Dennoch sind die Grünen im Kreistag mit dem Antrag gescheitert, den Arbeitskreis unverzüglich weiterarbeiten zu lassen. „Der Arbeitskreis hat sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeit am Wohnraumversorgungskonzept für den Landkreis Oldenburg zu begleiten. Das Konzept ist fertig“, stellte Landrat Carsten Harings in der Kreistagssitzung am Dienstagabend fest. Der Arbeitskreis habe deshalb seine Arbeit eingestellt.

2000 Wohnungen fehlen

Das halten die Grünen für einen Fehler. Fraktionssprecher Eduard Hüsers erinnerte daran, dass einer Studie des Pestel-Instituts zufolge 2000 Wohnungen für Landkreis-Bewohner mit niedrigem Einkommen fehlen. „Ein Leuchtturm-Projekt in Wildeshausen reicht nicht“, ergänzte sein Fraktionskollege Hilko Finke in Anspielung auf den gerade begonnenen Bau von drei Gebäuden mit 57 sozial geförderten Wohnungen in der Kreisstadt.

Landkreis soll steuern

Finke bemängelte, dass sich die Gemeinden nicht aktiv um das Thema sozialer Wohnungsbau kümmern. Mit dem Arbeitskreis könne der Landkreis eine Steuerungsfunktion übernehmen, sagte wiederum Hüsers.

Klare Mehrheit für Abwarten

„Wir sollten die Gemeinden mit dem Konzept arbeiten lassen und den Arbeitskreis gegebenenfalls später reaktivieren, wenn Bedarf da ist“, hielt CDU-Sprecher Dirk Vorlauf dagegen. Detlef Sonnenberg (SPD) plädierte „für eine Denkpause von einem Dreivierteljahr“. Franz Duin (SPD) und Kreszentia Flauger (Linke) forderten, nach der Sommerpause 2017 gründlich auf die Situation zu schauen. Marion Daniel (FDP) warnte davor, „den Gemeinden in die Quere zu kommen“; sie seien für die Bauleitplanung auf ihrem Gebiet zuständig. Für Arnold Hansen (Freie Wähler) ist der Einfluss der Kommunen begrenzt: „Man kann die Investoren nicht zu sozialem Wohnungsbau zwingen.“