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Wohnen und Deutschkurse regioVHS und Flüchtlinge ins Haus Cristina nach Rethorn

Von Thorsten Konkel | 17.11.2015, 20:51 Uhr

Mit seinem einstimmigen Votum, den Mietvertrag für den Bürgertreff in Schierbrok zu kündigen und die dortige Außenstelle der Gemeindebücherei in die Grundschule Schierbrok zu verlagern, hat der Ausschuss für Bildung und Kultur am Dienstagabend den Weg für einen Umzug der regioVHS ins Haus Cristina geebnet.

Der Landkreis verhandelt mit der Eigentümerin des Hauses Cristina, dem Berufsförderungswerk (BFW), schon seit Längerem, um in dem ehemaligen Seminarhaus Flüchtlinge unterzubringe n. In Hinblick auf die von Anwohnern gewünschte Begrenzung der Anzahl an unterzubringenden Flüchtlinge ist jedoch aus wirtschaftlichen Gründen eine zusätzliche Nutzung geboten. Sowohl der Kreis als auch die Gemeinde gehen von einer zehnjährigen Mietdauer aus.

Bürgertreff-Standort wird gekündigt

Mit seinem Ja für eine Kündigung des Bürgertreff-Standorts nur für den Fall, dass das BFW und der Kreis einen Mietvertrag abschließen, unterstützt der Ausschuss die Variante „ein Haus der Immobilie für bis zu 25 Flüchtlinge, das andere Gebäude als regioVHS-Standort“. Auch gibt er damit dem am 26. November ebenfalls noch darüber abstimmenden Wirtschaftsausschuss die Marschrichtung vor.

Das Vorhaben, das Angebot der regioVHS in Rethorn zu bündeln, wird von der Politik unterstützt. „Es wäre ein Vorzeigemodell, die Flüchtlinge direkt an ihrem Wohnort mit Deutschkursen zu integrieren“, lobte etwa Grünen-Ratsherr Jens Volbert das von VHS-Direktor Rolf Schütze vorgeschlagene Konzept einer Verlagerung des bisher in Schierbrok vorgehaltenen Kursangebots plus Sprachunterricht für Migranten.

Neues auch in Bookholzberg

Auch für den Standort Bookholzberg kündigte Schütze Neues an. Denn auch der bisherige VHS-Sitz in der Nordschule am Vollersweg soll Anfang 2016 als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Der Plan: die regioVHS zieht gestärkt um ein Gesundheitsangebot an den Ammerweg in die Oberschule.

Pläne gibt es auch für den alten Bürgertreff, sollten VHS und Bücherei ausziehen.

„Der Eigentümer möchte daraus Wohnungen schaffen“, sagte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas in der Bürgerfragestunde. Ob die denn auch für Flüchtlinge seien? „Das wissen wir noch nicht“, beteuerte das Verwaltungsoberhaupt.

Zusammenlegung der Volkshochschulen vom Tisch

In der Flüchtlingskrise ordnet sich so manches einst heiß diskutierte Thema unter: Die noch zur Jahresmitte angedachte Zusammenlegung der Volkshochschulen Ganderkesee und Delmenhorst scheint vom Tisch. Da Rolf Schütze, langjähriger Direktor der regioVHS und Helmut Koletzek, Chef der Volkshochschule Delmenhorst, beide 2016 in den Ruhestand gehen, gab es die Idee einer Kooperation. Angesichts des Drucks durch die Flüchtlingskrise hätte diese Planung nun keine Priorität mehr, betonte Alice Gerken-Klaas. Interesse an einer engen Zusammenarbeit scheint auch die Stadt nicht mehr zu haben: „ Delmenhorst hat die Stelle eines VHS-Leiters sowieso schon ausgeschrieben“, berichtete die Verwaltungschefin am Dienstagabend.