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Wohnen und Gewerbe in Hude Haus am Bahnhof bleibt prägend für Huder Ortsbild

Von Reiner Haase | 15.11.2018, 18:19 Uhr

Hude Trotz Umbaus soll das Haus am Bahnhof in Hude ein markanter Blickfang mit Gastronomie und Wohnen bleiben. Der Neubau dahinter wird auf eine Tiefgarage gestellt.

Der Kernort Hude verliert den letzten Saal für Tanz und größere Versammlungen, behält aber ein markantes Haus, das seit mehr als 100 Jahren das Gesicht der Einkaufsmeile Parkstraße mitprägt. Das ist die Quintessenz eines Vortrags des Architekten Arne Matthes im Ausschuss für Gemeindeentwicklung.

Saal wird abgerissen

„Das Haus bleibt ortsbildprägend, auch wenn es sich verändert“, resümierte Heiko Aschenbeck (SPD) den Vortrag, und Pascal Buntrock (FDP) äußerte sich ähnlich. Andere Kommentare der Kommunalpolitiker bezogen sich stärker auf Verkehrs- und Parkplatzprobleme. Auf dem Grundstücksteil hinter dem Altbau soll ein Mehrparteienhaus errichtet werden, nachdem der Saalanbau und ein kleineres Wohnhaus abgerissen sind. Auf der Zufahrtstraße Fliederweg sei es heute schon „nicht immer entspannt“, merkte Dirk Vorlauf (CDU) an. „Die Parksituation ist angespannt“, merkte Buntrock an.

Verkauf bringt Politik auf Trab

Das Haus am Bahnhof floriert schon lange nicht mehr richtig, und es ist an einen Investor verkauft worden, für den die Architektengemeinschaft Matthes aus Ganderkesee tätig ist. Dieser Eigentümerwechsel und absehbare Veränderungen auf anderen Grundstücken haben dafür gesorgt, dass der Gemeinderat sich aktiv um das Thema „Zukunft der Parkstraße“ kümmert.

Unten Gewerbe, oben Wohnen

Eine Veränderungssperre, die Fehlentwicklungen ausbremsen soll, ist in Arbeit. Einige Stichworte sind geliefert. Prägendes wie die Stirnwand mit Giebel zur Parkstraße hin, Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnen darüber sollen erhalten bleiben. „Unser Projekt entspricht fast vorbildlich den Zielen, die Sie formuliert haben“, stellte Matthes in seinem Vortrag fest.

Gauben prägen das Dach

Im Erdgeschoss des Altbaus ist Gastronomie vorgesehen, ein Café zum Beispiel oder ein Restaurant. Darüber, eventuell auch im hinteren Teil des Hauses, ist Wohnraum geplant. Fünf kleine, nicht barrierefreie Wohnungen sollen es werden. Für mehr Wohnfläche und Licht sollen Gauben ins Ziegeldach gebaut werden.

Verbautes erscheint wieder

Der Architekt kündigte an, dass alte, längst verbaute Elemente des 1870 errichteten Hauses wieder zum Vorschein gebracht werden sollen. Er zeigte Bilder mit Sprossenfenstern in der Längswand zur Volksbank hin. Die Fassade allgemein soll aufgewertet werden. „Dass die Terrasse neben dem Haus erhalten bleibt, dürfte schon im Interesse des Gastronomen liegen“, so Matthes.

Sinnvolle Mischung

Der Architekt ließ sich nicht das Versprechen abringen, dass das ganze Erdgeschoss der Gastronomie vorbehalten bleibt. „Mieter kann man nicht aus dem Hut zaubern. Man muss nehmen, was kommt“, stellte Matthes klar. Die Mischung von Gewerbe und Wohnen sei an dieser Stelle aber eine sinnvolle Sache.

Barrierefreier Neubau

Mit etwas Abstand hinter dem Altbau planen der Investor und sein Architekt einen modern gestalteten Neubau mit Tiefgarage, zwei Vollgeschossen und einem Geschoss unter einem Satteldach. „Das Grundstück ist stark abschüssig“, so Matthes, „der Neubau wird nicht so hoch wie der Altbau.“ Zu kompletter Barrierefreiheit soll ein Fahrstuhl von der Tiefgarage bis unters Dach sorgen. „Das macht die Wohnungen interessant für Senioren, aber auch für junge Familien“, erläuterte der Architekt. Die günstige Lage nah am Bahnhof und nah an den Einkaufsmöglichkeiten im Ortskern spreche sowieso für sich.

Parkraum soll reichen

Peter Zwiener (SPD) ist besorgt, dass das Umwerben von Senioren und das Anbieten von Stellplätzen in einer Tiefgarage nicht zusammenpassen. „Es gibt leere Tiefgaragen, weil die Parkplätze zu eng sind“, so Zwiener. „Wir planen so, dass auch moderne Autos hineinpassen“, versicherte Architekt Matthes.