Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Wohnraumkonzept gefordert Aus großen Wohnungen sollen mehrere kleine werden

Von Dirk Hamm | 16.05.2017, 08:27 Uhr

Der Kreistagssozialausschuss berät am heutigen Dienstag über die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Die Grünen fordern ein Konzept für mehr Wohnungen in Bestandsbauten.

Die Bemühungen im Landkreis Oldenburg, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, kommen nach Ansicht der Kreisverwaltung gut voran. Im vergangenen Jahr war im Zuge der Erstellung eines Wohnraumversorgungskonzepts ein Neubau- und Ersatzbedarf bis 2021 von 361 Wohnungen für Menschen mit Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein ermittelt worden.

Laut Vorlage der Kreisverwaltung für die Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses am heutigen Dienstag kann „bereits etwa 24 Prozent des Bedarfes an preisgebundenem Wohnraum in 2017 oder 2018 gedeckt werden“. „Das halten wir für ein gutes Zwischenergebnis“, sagte Baudezernentin Eva-Maria Langfermann auf dk-Nachfrage.

Seit Jahresbeginn verbesserte Landesförderung

Über die Wohnraumförderstelle Landkreis Oldenburg ist die Förderung des Baus von 74 Mietwohnungen in Wildeshausen und Harpstedt beantragt worden, und die Wohnraumförderstelle Ganderkesee hat Anträge für zwölf Mieteinheiten auf einem Grundstück in Bookholzberg bearbeitet, wie der Sitzungsvorlage für den Ausschuss weiter zu entnehmen ist.

„Weitere Planungen bahnen sich in mehreren weiteren Gemeinden an“, heißt es seitens der Kreisverwaltung. So beabsichtige die Wohnungsbaugesellschaft GSG, mit weiteren 40 Wohneinheiten in unterschiedlichen Landkreisgemeinden bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Grundlage dieses Trends sei die mit Wirkung vom 1. Januar dieses Jahres verbesserte Landesförderung über die NBank für Gebäude mit mehr als zwei Wohnungen.

Rund 2000 Wohneinheiten fehlen im Landkreis

Aus Sicht der Kreistagsfraktionen der Grünen und der Linken reicht dies aber nicht aus. Die Grünen beantragen die Erarbeitung eines Konzepts zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Bestandsgebäuden und zur Umsetzung die Ausstattung eines Fördertopfes mit 1,5 Millionen Euro für drei Jahre.

In der Begründung des Antrags stützt sich Grünen-Fraktionsvorsitzender Eduard Hüsers auf eine Analyse des Pestel-Instituts, die im vergangenen Jahr im Auftrag des Landkreises erstellt wurde. Demnach beläuft sich der Mangel an Wohnungen im Landkreis Oldenburg bis zum Jahr 2020 auf rund 2000 Wohneinheiten.

Kleine Haushalte oft in zu großen Wohnungen

Den Grünen schwebt vor, die Potenziale auszuschöpfen, die in einer Umwandlung von großflächigem Wohnraum in kleinere Wohnungen liegen. Laut des Wohnraumversorgungskonzepts sind fast 70 Prozent aller Ein-Personen-Haushalte im Landkreis Oldenburg in Wohnungen mit mindestens vier Zimmern zu finden.

Die Linken beantragen, erneut einen Arbeitskreis „Bezahlbarer Wohnraum“ einzurichten. Dieser solle Maßnahmevorschläge zur Schaffung preisgünstigen Wohnraums erarbeiten.