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Wieder volles Programm Wüstinger Landtage wollen Image der Landwirte aufpolieren

Von Niklas Golitschek | 27.07.2019, 12:43 Uhr

Mit zahlreichen Schauen, Wettbewerben und jeder Menge Informationen rund um die Agrarwirtschaft kommen auch in diesem Jahr die LandTageNord daher. Die Veranstalter kündigen auch Neuerungen an.

13 Hektar Fläche, 600 Aussteller, 70.000 Besucher – formell dürfte sich an den LandTagenNord in Wüsting nur wenig ändern. Auch in ihrer 16. Ausgabe sollen sie in diesem Jahr vom 23. bis 26. August wieder ein Branchentreff der Agrarwirtschaft sein.

Dabei erhofft sich LandTage-Erfinder Helmut Urban auch einen positiven Effekt in der Außendarstellung. „Das Image der Landwirte ist nicht so, wie es sein sollte“, kritisierte er bei der Präsentation des diesjährigen Programms am Donnerstag auf seinem Hof. Junge Leute identifizierten sich mit ihrem Beruf ebenso wie mit der Umwelt. In der Branche gebe es dennoch leider schwarze Schafe, die seien jedoch nicht stellvertretend für diese.

Fortschritt und Umweltschutz

Technologischen Fortschritt in Einklang mit Natur und Tieren wollen die Aussteller der LandTageNord in Wüsting daher einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Allerdings haben die Messe-Organisatoren die Preise „etwas angehoben“, wie Prokurist Holger Kreye sagte. Begründet wurde das unter anderem mit gestiegenen Lohnkosten. Das Familienticket bleibt bei 22 Euro, die Einzelticket bei 10 Euro, Ermäßigte zahlen 7 Euro; Parken bleibt kostenfrei.

Für ihr Geld sollen die Besucher dann auch einiges geboten bekommen: Da wären etwa die 17. Deutschen Schafschurmeisterschaften. Insgesamt 95 Schafscherer werden in drei Disziplinen erwartet. Sven Scheffler, der die 1200 Schafe stellt, wird auch selbst in der Profiklasse starten und zeigte am Donnerstag gleich, worauf es bei der Schafschur ankommt. „Man muss das Schaf sauber und verletzungsfrei scheren“, erklärte der Fachmann die Wettbewerbsregeln. Dabei sei Geschwindigkeit nicht die einzige Komponente.

Wichtig sei auch, dass man die Wolle in einem Rutsch möglichst direkt an der Haut entferne, ohne aber das Schaf zu verwunden. Der sogenannte „Second Cut“, also der zweite Schnitt, soll vermieden werden. Denn: Zerschnittenes Wollhaar sei weniger wert. Allerdings sei die wirtschaftliche Situation da momentan ohnehin schwierig, beklagte Fred Wachsmuth, Vorsitzender des Vereins Deutscher Schafscherer: „Die Preise sind total in den Keller gefallen.“ Die Wolle sei derzeit nicht mehr verkaufbar und auch das Fleisch im Vergleich zu den Vorjahren nur noch einen Bruchteil wert.

Zahlreiche Schauen und Wettbewerbe

Thematisch passend findet am Messesonntag auch der 8. Jungzüchterwettbewerb der Landesschafzuchtverbands Weser-Ems statt. Mit einem weiteren Wettbewerb werden sich die Jungzüchter bei Masterrind messen, um sich für den Weser-Ems-Entscheid zu qualifizieren. Ebenso steht verschiedene Pferdeschauen im Programm. Sehenswert für Besucher der LandTageNord dürfte auch die Vorstellung der Ausbildungsstufen der Polizeireiterstaffel sein, die erneut bei der Verkehrsführung unterstützen wird. Auch die Rettungshundestaffel ist wieder dabei.

Im Fokus sollen dieses Jahr außerdem die Sortenversuche beim Mais stehen. „Wir versuchen mit den Züchtern herauszufinden, welche Satten sich für die Region besonders eignen“, erläuterte Sprecher Hanno Pietrowski. Beim aktuellen Langzeitversuch gehe um „Maisanbau ohne Einsatz von mineralischen Düngern“. Auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern wird es auch Praxisvorführungen von Land- und Gartentechnik geben. Stichwort: „Precision Farming“. „Wir wollen primär Technik zeigen, die zu den Besuchern passt, in der Region verwendet werden kann und authentisch ist“, erläuterte Pietrowski. Der Fokus liege aber auch immer mehr auf Gartenfreunden und -profis, merkte Prokurist Kreye an.

Auf Augenhöhe mit den Verbrauchern

Chef Helmut Urban hofft, dass auch Leute aus der Stadt zahlreich zur Messe kommen und die Plattform nutzen werden. „Anerkennung für die Arbeit ist das allerwichtigste für mich“, betonte er, „wir wollen auf Augenhöhe mit den Verbrauchern reden.“