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Zahntechniker Marco Muschalik Mit digitalem Verfahren schneller zum Gebiss

Von Dirk Hamm | 01.11.2017, 09:48 Uhr

Die dritten Zähne sind mit unangenehmen Arztterminen verbunden und sitzen oft schlecht. Zahntechniker Marco Muschalik ist Vorreiter eines digitalen Verfahrens, dass diese Probleme beseitigen soll.

Mit den „Dritten“ soll auch nach dem Verlust der eigenen Zähne das Kauen und Sprechen wie gewohnt möglich und das vertraute äußerliche Erscheinungsbild erhalten bleiben. Doch bei vielen meist älteren Menschen wird der Zahnersatz eher zur Qual, hat Zahntechnikermeister Marco Muschalik immer wieder festgestellt: „Ich habe zig Leute gesehen, die schlecht versorgt sind, wo immer nur am Zahnersatz repariert wurde.“

Schlechtes Gebiss zwingt zur Ernährungsumstellung

Das Gebiss sitzt nicht richtig, wirkt wie ein Fremdkörper im Mund und wird immer wieder herausgenommen. Familienangehörige erleben dann oft eine böse Überraschung, wenn sie die Mutter oder den Großvater mit eingefallenem Mund antreffen. Muschalik sieht auch das Problem der Mangelernährung, wenn ohne stabile Kauhilfe keine feste Nahrung mehr eingenommen werden kann.

Nach 30 Jahren selbstständig gemacht

Tatsächlich nehmen Heimbewohner, die mit ihrer Prothese nicht klarkommen, andere Kost zu sich, essen etwa mehr Weißbrot, berichtet Henrik Kroog, Pflegedienstleiter im Wohnpark am Fuchsberg. Unterernährung trete aber infolge fehlenden oder schlecht sitzenden Zahnersatzes in seinem Haus nicht auf.

Marco Muschalik arbeitet seit 30 Jahren in seinem Beruf und hat 2002 den Meisterbrief erworben. Im vergangenen Jahr hat der 49-Jährige die Geschäftsführer-Position in einem Dentalunternehmen niedergelegt, um sich auf den Schritt in die Selbstständigkeit vorzubereiten. Seit 1. Oktober legt er nun richtig los in seinem eigenen kleinen Labor in seinem Haus in Heide.

Prothese entsteht am Computer

Das Zusammenrühren von Kunststoff und Gießen von Metallen gehört hier der Vergangenheit an: Die Prothesen werden aus einem Kunststoffblock gefräst. Wichtigstes Arbeitsmittel ist der Computer: Muschalik ist dabei, wenn beim Zahnarzt die Abformung erfolgt. Mithilfe eines 3-D-Scanners werden die Daten aufgenommen und am Computer dann die Prothese konstruiert, als Grundlage für die Fräsmaschine – und in nicht so ferner Zukunft den 3-D-Drucker. Nur ein weiterer Arzttermin zum Anpassen wird erforderlich.

Weniger Zahnarzttermine erforderlich

Ein entscheidender Vorteil des Verfahrens: Der langwierige und unangenehme Prozess mit mindestens fünf Terminen beim Zahnarzt werde so deutlich vereinfacht, erläutert Muschalik – ein Vorteil vor allem für Menschen, die nur eingeschränkt mobil sind. Und genauso wichtig: Durch die Reduzierung der Arbeitsschritte werden die Übertragungsfehler vermindert. Muschalik: „Das Endprodukt ist in der Passung präziser und hält besser im Mund.“