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Zehnjahresplan Baum- und Tierinventur in Ganderkeseer Wäldern

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 10.04.2017, 19:23 Uhr

Von Frühjahr bis Herbst werden im geschützten Hasbruch und anderen Wäldern Bäume, Tiere und sonstige Pflanzen erfasst. Auch Totholz zählt mit.

Biotopkartierer Tobias Loewer durchstreift seit einigen Tagen mit Stift, Klemmbrett und Erfassungsbögen die als besonders schutzwürdig eingestuften Wälder des Forstamts Neuenburg. Der Hasbruch, das Stenumer Holz und der Stühe zählen zu den nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützten Gebieten.

Blick auf Habitatbäume

Loewer notiert, wo tote Äste und Stämme liegen, Totholz und Höhlenbäume stehen. Ihn interessiert die Verteilung der Baumarten. Er schreibt auf, welche Pflanzen- und Tierarten den Wald als Lebensraum nutzen. Im Eichenlebensraumtyp im Hasbruch zum Beispiel prüft er, ob die vorgeschriebene Anzahl der Naturschutz- oder Habitatbäume die Holzernten überlebt hat.

Inventur alle zehn Jahre

Die Inventur in den geschützten Wäldern gab es vor zehn Jahren schon einmal. Auftraggeber und enger Kooperationspartner ist die Naturschutzbehörde beim Landkreis. „Erstmals können Verbesserungen oder Verschlechterungen festgestellt werden“, erklärt Loewer. Verschlechterungen können ein Vertragsverletzungsverfahren der EU in Gang setzen.

Grundlage für Zehnjahresplan

Die Biotopkartierung soll am Ende der Vegetationsphase abgeschlossen sein. Im Winter werden die Daten ausgewertet. Sie bilden die Grundlage für einen neuen zehnjährigen Bewirtschaftungsplan, der spätestens Ende 2019 vorliegen soll. Der EU werden die Ergebnisse der Biotopkartierung zusammengefasst weitergeleitet.