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Ziel: Notrufe richtig absetzen Rettungskräfte schulen Flüchtlinge im Kreis Oldenburg

Von Thorsten Konkel | 24.11.2016, 11:31 Uhr

Landkreis Oldenburg/Ganderkesee. Wozu ist der Rettungsdienst da – und wozu nicht? Flüchtlinge, aber auch Neuzugewanderte aus der Europäischen Union wissen oft nicht, wie man in Deutschland den Notruf erreicht – und was im Einsatzfall mitzuteilen ist.

Um hier nachzubessern, haben Mitarbeiter der Gemeindeverwaltungen der Kreiskommunen, Flüchtlingshelfer und Sozialarbeiter jetzt in der Großleitstelle Oldenburger Land überlegt , wie Neubürger über das Verhalten im Notfall am besten informiert werden können. In Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten des Landkreises Oldenburg, Ute Frankenfeld sowie den Leitstellenmitarbeitern Stefan Abshof und Dominik Wefeler stellten die Behördenvertreter fest, dass aufgrund fehlender Information und wegen sprachlicher Probleme bei einem Notfall wertvolle Zeit verloren gehen kann.

Das betonte auch der Leitstellendisponent Wefeler. „Was sind die Unterschiede zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, ärztlichem Notdienst und Polizei? Wo rufe ich an? Das Wissen über die Aufgaben des Rettungsdienstes ist oft nicht vorhanden“, stellte auch Abshof fest.

Die wichtigsten Hinweise zum Notfalldialog in den Sprachen Deutsch, Englisch, Kurdisch und Farsi hat die Großleitstelle mit Sitz in Oldenburg mittlerweile als Flyer aufgelegt. Auch Notfallfax-Formulare können in einigen Sprachen bereits heruntergeladen werden . „Wir haben bei uns viele arabisch sprechende Flüchtlinge“, erklärte Zeinab Matar, Flüchtlingshelferin bei der Gemeinde Ganderkesee. „Uns werden diese Informationen in arabischer Sprache sehr helfen“, ist sie überzeugt. Auch bei den Arbeitsmigranten aus Osteuropa rund um Wildeshausen und in der Gemeinde Großenkneten seien deutsche Sprachkenntnisse und das Wissen über den Notfalldialog oftmals nicht vorhanden, bedauerte Ute Frankenfeld.