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Zielpunkt Insel Langeoog Ganderkeseer Flieger starten in den Frühling

Von Dirk Hamm | 20.03.2016, 19:59 Uhr

In Richtung Langeoog sind am Sonntag zwölf Privatflieger zum Frühlingsauftakt gestartet. Die neue Gruppe Ganderkeseer Piloten plant ihre Flüge unabhängig von Vereinen.

Tiefe Wolkendecke, Nieselregen, schlechte Sicht: Bilderbuchwetter hatte der Wettergott der Gruppe von Privatpiloten nicht gerade beschert, die sich am Sonntagmorgen auf dem Atlas Airfield Ganderkesee auf ihren buchstäblichen Start in den Frühling vorbereitete. Als Ziel des gemeinsamen Flugs war die Insel Langeoog auserkoren worden.

„Das wird nicht der Hit, aber tendenziell fliegbar“, lautete dann nach einem neuerlichen Blick auf die Wetterdaten das knappe Urteil des Ausbildungsleiters Thomas Beyer, als er seine Fliegerkollegen briefte. Zwölf Piloten und einige Passagiere stiegen schließlich in die wartenden, aufgetankten Maschinen.

Von einer Saisoneröffnung mochte Helmut Erdmann, der den Flug organisierte, nicht sprechen. Schließlich starten und landen das ganze Jahr über Motorflugzeuge in Ganderkesee, aber: „Im Winter wird wegen des Wetters weniger geflogen, außerdem sind die Tage kürzer.“ Nach Angaben von Erdmann nutzen zwischen 50 und 70 Piloten mit einem eigenen Flugzeug sowie 80 bis 85 Flieger, die eine Maschine chartern, regelmäßig den Flugplatz in Ganderkesee. Zwei Drittel bildeten dabei den langjährigen Stamm, ein Drittel seien neu dazugestoßen.

„Landet hier nicht irgendwo auf einer Wiese“

Eine Reihe von Faktoren tragen zur Anziehungskraft des Atlas Airfields bei, weiß der Leiter des Chartergeschäfts auf dem Flugplatz: „Wir haben hier sehr gute Unterstellmöglichkeiten, eine attraktive, befestigte Piste und eine moderne Tankanlage mit allen Kraftstoffarten, die in der Fliegerei verwendet werden.“ Ein weiteres Plus sind die guten Anschlussmöglichkeiten an das Umland und die Nähe zu Bremen, ergänzt Siegfried Maslo: „Man landet hier nicht irgendwo auf einer Wiese.“

Der Flug nach Langeoog, für den die Teilnehmer je nach Leistungsfähigkeit ihres Flugzeugs zwischen 30 und 40 Minuten benötigten, war für sich genommen nichts Außergewöhnliches und dennoch eine Premiere: Es handelte sich um die erste Veranstaltung einer rund 20-köpfigen Pilotengruppe, die in Zukunft des Öfteren unabhängig von Vereinsstrukturen gemeinsam in die Lüfte abheben und einen regen Informationsaustausch pflegen möchte. „Die Piloten hier kennen sich zu wenig, das wollen wir ändern“, sagt Helmut Erdmann. Für Ideen zu weiteren Veranstaltungen und Ausflügen steht er als Ansprechpartner unter Telefon (0172) 8394618 zur Verfügung.

180 Stunden Theorie und 50 Flugstunden für die Lizenz

Dass es auch im fortgeschrittenen Alter nicht zu spät ist, mit der Fliegerei anzufangen, beweist Gert Simberger. Der 68-Jährige hat im vergangenen Jahr die Ausbildung begonnen, die nach etwa 40 bis 50 Flugstunden und 180 Stunden Theorie den Erwerb der Privatpilotenlizenz ermöglicht. Gestern war er an der Seite seines Fluglehrers Claus Müller einer der Unentwegten, die auch bei nicht idealem Wetter den sonntäglichen Ausflug nach Langeoog und zurück antraten. Beim Zwischenstopp auf der Insel wartete ein kleiner Sektempfang auf die Flieger – alkoholfrei, versteht sich.