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Zu viel Nährstoffe im Wasser Kreislandvolk will neues Wasserrecht bremsen

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 03.03.2017, 20:03 Uhr

Die Landwirte im Landkreis Oldenburg werten das geplante Wasserrecht in Niedersachsen als „Frontalangriff“. Sie setzen auf moderne, präzise Technik.

Der Kreislandvolkverband Oldenburg hat gestern die Jahreshauptversammlung in Wardenburg zu scharfem Protest gegen das von der Landesregierung geplante neue Wasserrecht genutzt. Der Kreisvorsitzende Jürgen Seeger nannte die geplanten Schutzstreifen ohne Düngung und Pflanzenschutz auch an kleinen Gewässern einen „Frontalangriff nicht nur gegen die Landwirtschaft und die Tierhaltung, sondern grundsätzlich auch gegen die Vermögenswerte aller betroffenen Eigentümer.“

Düngerecht abwarten

Umweltminister Stefan Wenzels Ankündigung vom Vortag, es werde Ausnahmen unter anderem für die zahlreichen Entwässerungsgräben in der Wesermarsch und anderen nassen Gebieten geben, kam für Seegers Redebeitrag wohl zu spät. Der Landvolk-Sprecher forderte, die Verschärfung des Wassergesetzes aufzuschieben und erst einmal zu beobachten, ob über das vom Bund gerade verabschiedete neue Düngerecht positive Ergebnisse erzielt werden. Seeger warf Umweltminister Wenzel und Landwirtschaftsminister Christian Meyer, beide Grüne, „populistischen Wahlkampf auf dem Rücken der Bauern“ vor. Die SPD solle sich genau überlegen, ob sie sich in diesen Reigen einbeziehen lasse.

Präzision bei Düngung und Pflanzenschutz

Der Kreisvorsitzende stellte in der Landwirteversammlung klar, dass die Belastung der Oberflächengewässer mit Nährstoffen und chemischen Rückständen konsequent angegangen und vermieden werden müsse. Mit einer pflanzenbedarfsgerechten Düngeplanung und Genauigkeit bei der Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutz könnten gute Ergebnisse geliefert werden.

In einem amüsanten und kritischen Vortrag beleuchtete der Lebensmittel-Wissenschaftler Dr. Ulrich Nöhle die doppelte Moral der Gesellschaft. Ein Kernsatz: „Die Kunden rufen auf der Straße nach Bio, Fair trade und Nachhaltigkeit. Und dann drehen sie um und gehen zum Discounter.“

Seeger bleibt Vorsitzender

Jürgen Seeger, Großenkneten, wurde als Vorsitzender des Kreislandvolks bestätigt. Im Vorstand sitzen für Ganderkesee Harm-Dirk Kämena, Cord Wübbenhorst und Onno Osterloh, für Dötlingen Helge Vosteen und Oliver Höfel, für Wardenburg Frank Schröder und Klaas Böhmer, für Wüsting Wilfried Siems und Jörn Wragge, für Harpstedt Lüder Wessel und Heiner Kieselhorst.