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Zu wenige Geistliche Fachkräftemangel gefährdet Seelsorge in Stenum

Von Bettina Dogs-Prößler | 03.12.2018, 18:19 Uhr

Trotz Aushilfen müssen Termine im Pfarrbezirk abgesagt werden. Wird Stenum noch länger ohne eigenen Pastor auskommen müssen? Pläne für den Pfarrhausneubau reifen.

Bekommt Stenum wieder einen eigenen Pastor? Seit Juni müssen sich die verbliebenen vier Pastoren Susanne Bruns, Uta Brahms, Irene Schlawin und Hannes Koch auf fünf Pfarrbezirke aufteilen, um die seelsorgerische Arbeit in Stenum aufrechtzuhalten. „So sind die wöchentlichen Gottesdienste ebenso gewährleistet wie Trauungen, Taufen und Beerdigungen“, schildert Susanne Bruns, geschäftsführende Pastorin der Kirchengemeinde Ganderkesee, die derzeitige Lage. Unterstützung bekommen die Geistlichen teilweise auch von außen durch Kollegen, die bereits im Ruhestand sind oder eine Pfarrstelle außerhalb Ganderkesees haben.

Termine können nicht besetzt werden

Dennoch kommt es laut Bruns auch vor, dass Termine im Stenumer Pfarrbezirk nicht besetzt werden können.

Laut Bruns soll die Stelle, die seit der Pensionierung von Pastor Eckhard Dreyer Ende Mai dieses Jahres vakant ist, Anfang 2019 neu ausgeschrieben werden. „Ich gehe davon aus, dass die Ausschreibung im Januar oder Februar erfolgen wird“, blickt Bruns voraus.

Fachkräftemangel auch bei Geistlichen

Ausgeschrieben wird die Pastorenstelle bundesweit. Wie schnell sich jemand finden wird, wird sich zeigen.

Bruns: „Den Fachkräftemangel, den es überall gibt, gibt es auch in der Pastorenschaft.“ Von einer zügigen Neubesetzung sei wegen des Mangels an Nachwuchs nicht auszugehen, dazu komme, dass eine Umsiedlung von einer Stelle auf die andere in den meisten Fällen kurzfristig nicht zu bewerkstelligen sei.

Bruns geht davon aus, dass die Stelle in Stenum nicht vor Weihnachten 2019 wiederbesetzt werden wird.

„Wir brauchen noch etwas Geduld“, betont sie.

Verbunden mit der Neubesetzung ist auch der Bau eines Pfarrhauses direkt an der Timotheus-Kirche am Trendelbuscher Weg.

Pfarrhaus soll gebaut werden

Elf Jahre lang war der ehemalige Pastor Dreyer mehrmals täglich von zuerst Ganderkesee und später dann von Delmenhorst aus nach Stenum gependelt, um vor Ort den Dienst am Nächsten zu tun.

Entgegen der gängigen Praxis hatte er nie vor Ort gewohnt. Das soll sich mit dem neuen Kollegen oder der neuen Kollegin ändern: Die Planungen für den Neubau laufen auf Hochtouren, in den nächsten Wochen soll mit dem ersten Arbeiten begonnen werden.