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Zu wenige wollen den Job Ganderkeseer Wirt sucht händeringend Servicekräfte

Von Thomas Breuer | 24.02.2016, 16:58 Uhr

Auf Inge Breuhahn kann Gastronom Gerhard Menkens (Zum Grünen Hof) zählen. Seit vier Jahren unterstützt die inzwischen 68-Jährige als Aushilfe in seinem Betrieb den Servicebereich und verschiebt schon mal einen Zahnarzttermin, wenn im Lokal Bedarf ist.

„Mir macht die Arbeit Spaß“, sagt sie und fügt mit einem Lächeln an: „Ich habe schon als 15-Jährige mein Hobby zum Beruf gemacht.“

Doch Menschen wie Inge Breuhahn werden weniger, hat Menkens festgestellt. Es fehlt ihm zunehmend an Kräften, die sich mit Herzblut in die Gastronomie einbringen wollen. „Viele sind bequem geworden“, sagt Menkens, „die wollen die Feiertage und Wochenenden lieber mit ihrer Familie verbringen.“ Dabei könne, wer sich mit Fleiß und Geschick einbringe, auch beim Kellnern gutes Geld verdienen. „Das beginnt mit dem Mindestlohn von 8,50 Euro, aber je nach Qualifikation sind nach oben keine Grenzen gesetzt“, so der gelernte Koch, der den „Grünen Hof“ seit 1999 führt.

Nur wenige Aushilfen springen bei jeder Gelegenheit ein

Vier festangestellte Mitarbeiter, zwei davon auf Teilzeit, gibt es im Lokal, die außer dem Chef wirbeln – und dazu einen Stamm von etwa 20 Aushilfen. Aber nur sechs bis acht davon, sagt Menkens, hielten bei fast jeder Gelegenheit zur Stange. Zu wenig für große Gesellschaften, und Kohlfahrten.

„Servicepersonal gesucht“ schreibt Menkens inzwischen unter jedes von ihm aufgegebene Inserat, und auch beim Jobcenter in Delmenhorst ist er schon vorstellig geworden. Der Erfolg? Bescheiden. Den meisten derer, die sich gemeldet haben, hätte es am Willen, in der Gastronomie zu bestehen, gefehlt. „Das habe ich mir anders vorgestellt“, hat er nicht nur einmal zu hören bekommen.

Die Zielmarke: 40 Personen im Blick

Immerhin, durch Mundpropaganda seitens der Servicekräfte hatte Menkens gerade zwei Verstärkungen gefunden. Wer in dem Bereich neu einsteigt, den lässt er behutsam beginnen. Das Ziel aber ist durchaus ehrgeizig. „Ein guter Kellner muss 40 Personen bedienen können“, sagt Menkens. So jemand eben wie Inge Breuhahn.