Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Zukunft des Hauses Marienhude Hude setzt Marienhude-Investor unter Zeitdruck

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 09.08.2016, 23:09 Uhr

Hude hält noch ein paar Tage am Investor Blinkfüer für das Haus Marienhude fest. Beim Scheitern sollen andere Interessenten zurück ins Boot geholt werden.

Eine deutliche Mehrheit im Rat der Gemeinde Hude hat der Firma Blinkfüer als potenziellem Investor für das Haus Marienhude und das große Parkgrundstück rundherum am Dienstag, 9. August, die Tür dafür geöffnet, überfällige Finanzierungsbestätigungen für das Millionenprojekt nachzureichen. Das Zeitfenster wurde allerdings nur einen Spalt weit geöffnet. Bis Mittwoch, 17. August, müssen die fehlenden Unterlagen im Rathaus eingetroffen sein, andernfalls gelten die Verhandlungen mit dem Investor als gescheitert. Als zweite Sollbruchstelle wurde festgelegt, dass die Verträge zwischen dem Investor und der Gemeinde bis spätestens Dienstag, 30. August, unterzeichnet sein müssen.

Investor will Bedingungen erfüllen

Blinkfüer will, wie berichtet, nicht nur 835000 Euro auf den Tisch legen, sondern auch noch andere Bedingungen der Gemeinde erfüllen: die imposante Villa aus wilhelminischer Zeit sanieren, soziale Aspekte bei der Nutzung berücksichtigen und kulturelle Veranstaltungen im Haus und auf dem Gelände zulassen.

Initiative überzeugt Grüne komplett

Die sieben Grünen im Gemeinderat stimmten nun unter dem Eindruck einer Informationsveranstaltung einer Bürgerinitiative um den ehemaligen SPD-Ratsherrn Nico Rettcher am Montagabend geschlossen gegen die Fristverlängerung für Blinkfüer. Erst beim Termin vor Ort sei klar geworden, wie stark der Bau von drei dreigeschossigen Häusern mit je elf Wohnungen am Grundstücksrand zur Lerchenstraße hin in die Parklandschaft eingriffe und wie viele Bäume geopfert werden müssten. SPD-Ratsherr Luciano Leßmann stimmte mit Nein, weil der Investor sich in den Verhandlungen als nicht glaubwürdig erwiesen habe. Auch er schlug sich ausdrücklich auf die Seite der Bürgerinitiative, die einen großen Teil des Publikums der Ratssitzung stellte und den bisherigen Ablauf und das weitere Verfahren scharf kritisierte.

Rat beugt fürs Blinkfüer-Aus vor

Für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen mit Blinkfüer hat der Rat gestern auch Weichen gestellt. Dann soll die Gemeinde Gespräche mit Interessenten wieder aufnehmen, die im ersten Verfahren nicht zum Zuge gekommen sind. Auf Antrag Ralf Schepkers (SPD) wurde auch anderen Interessenten mit überzeugenden Konzepten die Tür geöffnet.