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Zurück in der Heimat Renates Kerns Noten ab jetzt im Heimatmuseum in Schlutter

Von Kristina Müller | 29.11.2017, 09:43 Uhr

Renate Kerns Noten sind jetzt wieder zurück in der Heimat der verstorbenen Schlagersängerin. Und dazu auch noch einige LPs, die ihr Ehemann persönlich ins Heimatmuseum nach Schlutter brachte.

Eine lange Reise haben sie hinter sich: Ganz vom Süden Deutschlands bis in den hohen Norden sind die lang verschollenen Notenblätter von der Hoyerswegerin Renate Kern verschickt worden. Nun haben sie ihren Ehrenplatz in der Heimat der verstorbenen Schlagersängerin. Im Heimatmuseum in Schlutter werden die teils handschriftlich bearbeiteten Noten jetzt ausgestellt.

Zusammen mit einem Brief des vorherigen Besitzers, einem pensionierten Musiklehrer aus Moosburg (Isar), kam das Päckchen vor einigen Wochen bei Rainer Vosteen, der das Heimatmuseum initiiert hat, an. Der Vorbesitzer selbst hat, so schreibt er es im Brief, alle Notenblätter in der Kiste, die er selbst erst Ende Juli erhielt, durchforstet und die Stücke markiert, an denen Kern beteiligt war.

Handschriftliche Notizen von Kern

Auf den Notenblättern hatte Kern teilweise selbst sogar einige handschriftliche Notizen gemacht oder Stücke transponiert, darunter ein Notenblatt zu ihrem Lied „Alle Blumen brauchen Sonne“. Wo genau die Notenblätter ihren Platz im Heimatmuseum haben werden, weiß Vosteen noch nicht so genau. „Vielleicht rahmen wir sie hinter Glas ein oder legen sie zu den Platten dazu“, sagt er. Denn Vosteen hat bereits viele von Kerns Werken ausgestellt: CDs, LPs und Singles – ein Drittel seiner ganzen Plattensammlung stammt von Kern. „Die habe ich schon als Kind gesammelt“, erinnert der heute 54-Jährige sich. „Nach der Schule bin ich auch manchmal zu ihr und habe Autogrammkarten geholt.“

Eine Kiste voller LPs

Nach der Überraschung mit den Notenblättern kam dann gleich die nächste: Klaus Hildebrandt, Ehemann der Verstorbene, stand plötzlich vor der Tür mit einer Kiste voller LPs von Kern, wie Rainers Vater Rudolf Vosteen berichtet. 19 verschiedene Platten fanden sich in der Kiste, viele davon waren mehrfach vorhanden, sodass Rainer Vosteen am Ende 127 Stück zählte. „Da war sogar eine – „Meine Lieder, mein Leben“ – dabei, die ich auch noch nicht hatte“, freut er sich.

Doch eine Frage brannte den beiden Vosteens noch auf der Seele: „Meine erste Frage an ihn war direkt: Warum wurde Renate in Rostock beerdigt, wo sie doch eigentlich hier aus der Gegend kam?“, erinnert Rudolf Vosteen sich. Hildebrandts Antwort: Weil dort auch die Grabstelle seiner Eltern sei.