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Zusätzliche Angebote am Nachmittag Ab August zwei neue Kita-Gruppen in Gemeinde Ganderkesee

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 27.05.2017, 12:24 Uhr

Die Gemeinde Ganderkesee richtet zum kommenden Kindergartenjahr zwei weitere Kita-Gruppen ein – eine Gruppe am Nachmittag für den Bereich Krippen in Hoykenkamp und eine für den Bereich Kindergärten in Schönemoor. Kritik gibt es von Dr. Anika Hoffmann, Ratsfrau von Bündnis 90/Die Grünen: „Nachmittagsgruppen in Krippen gehen aus kinderärztlicher und pädagogischer Sicht gar nicht. Das passt nicht zum Tagesablauf eines Kleinkindes.“

Zum nächsten Kindergartenjahr ab August dieses Jahres soll es in der Kindertagesstätte „Schatzinsel“ in Hoykenkamp am Nachmittag eine neue Krippengruppe geben. Und in der „Flohkiste“ in Schönemoor ist – ebenfalls am Nachmittag – eine weitere Gruppe für Kindergartenkinder vorgesehen. Der Grund: Es gibt laut Gemeindesprecher Hauke Gruhn vor allem im Bereich Heide, Hoykenkamp und Schönemoor einen höheren Bedarf an Plätzen. Kommentar von Dr. Anika Hoffmann, Ratsfrau von Bündnis 90/Die Grünen und Kinderärztin, auf dk-Nachfrage: „Nachmittagsgruppen in Krippen gehen aus kinderärztlicher und pädagogischer Sicht gar nicht. Das passt nicht zum Tagesablauf eines Kleinkindes.“

Auch Zahl der Hortplätze sollte angepasst werden

Die Ratsfrau der Grünen hebt hervor, dass in den Kindertagesstätten der Gemeinde grundsätzlich gute Arbeit geleistet werde. Wünschenswert sei jedoch mehr Personal für die Betreuung in den einzelnen Gruppen. Darüber hinaus wünscht sie sich, die Zahl der Hortplätze weiter anzupassen. Da fehle ihr der langfristige Gedanke. Schließlich gehe der Betreuungsbedarf nach Krippe und Kindergarten weiter.

Klüner: Mehr Plätze vormittags und ganztags

„Es ist unwahrscheinlich eng in der Gemeinde. Wir brauchen mehr Kindergarten- und Krippenplätze vormittags und ganztags“, sagt CDU-Fraktionschefin Cindy Klüner. Deshalb seien auch die Einrichtungen in den geplanten Baugebieten Urneburger Feld in Ganderkesee und Bargup in Bookholzberg so wichtig. Ein weiteres Problem: Viele Eltern seien überhaupt nicht glücklich darüber, dass sie die Plätze, die sie haben möchten, nicht bekommen können.

„Wir sind unter Druck“

Aus Sicht von SPD-Ratsfrau Edith Ohlenbusch, Leiterin der Kita „Sonneninsel“ in Bookholzberg, wird es brenzlig. „Wir sind unter Druck. Im Moment haben wir zu wenig Plätze“, sagt sie. Eng sei es für den Krippenbereich in Heide, Hoykenkamp und Schönemoor und für die Kindergärten in Ganderkesee. Auch für ihre „Sonneninsel“ gebe es einen Überhang an Kindern, denen andere Angebote gemacht werden müssten. Schwierig sei es auch immer wieder, Eltern, die aus anderen Regionen in die Gemeinde ziehen, klarzumachen, dass alle Plätze schon voll seien. Wie Anika Hoffmann von den Grünen hält sie von Krippengruppen am Nachmittag aus pädagogischer Sicht nichts, viele Kinder bräuchten nachmittags ihren Schlaf.

Umsetzung braucht auch Zeit

„Wir sind in der Gemeinde am Ball, aber mit der Arbeit längst nicht zu Ende“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Daniel. „Wir wissen, dass wir Bedarf haben.“ Aber die Umsetzung, Krippen- und Kindergartenplätze einzurichten, brauche auch ihre Zeit.

218 Regelplätze in den Krippen

Insgesamt stehen zum 1. August in den Krippen 218 Regelplätze zur Verfügung. 23 Plätze sind noch frei – acht vormittags und 15 nachmittags. 29 Kindernamen stehen Gruhn zufolge auf einer Vormerkliste. Die freien Plätze seien jetzt angeboten worden. Die Verwaltung warte allerdings noch auf Rückmeldungen. In den Kindergärten gibt es insgesamt 780 Plätze. 26 Plätze sind derzeit noch frei, 19 davon am Nachmittag. 20 Namen sind dem Gemeindesprecher zufolge auf einer Liste notiert. Die Eltern der Kinder seien ebenfalls informiert. Sechs von ihnen hätten das Angebot allerdings abgelehnt, sagte Gruhn, ohne nähere Gründe zu nennen. Darüber hinaus werden 36 Integrationsplätze in Kindergärten und ein Platz in einer Krippe angeboten. Die Platzvergabe sei allerdings noch nicht abgeschlossen.

Integrationsgruppe wird umgewandelt

Neues ist auch für die Kindertagesstätte am Habbrügger Weg in Ganderkesee geplant: Dort soll eine Integrationsgruppe in eine integrative Erziehungshilfegruppe umgewandelt werden, gedacht für verhaltensauffällige Kinder, die aber nicht von einer körperlichen, seelischen oder geistigen Behinderung betroffen sind.

Vereinzelte freie Hortplätze

Außerdem bietet die Gemeinde 160 Hortplätze an – 60 in Ganderkesee, jeweils 40 in Bookholzberg und Schierbrok sowie 20 in Heide. Das Problem: In Heide geht laut Gruhn nichts mehr, und in den anderen Horten sind nur noch vereinzelte Plätze frei. Man könne sich aber auf eine Vormerkliste setzen lassen. Nähere Informationen gibt es unter Telefon (04222) 44401.