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Zusammenschluss genehmigt Große Mehrheit für Volksbankenfusion in Ganderkesee

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 03.06.2016, 16:09 Uhr

Mit überwältigender Mehrheit haben die Mitgliedsvertreter der Volksbanken Ganderkesee-Hude und Bookholzberg-Lemwerder den Zusammenschluss der beiden Genossenschaftsbanken beschlossen. Die Banken fusionieren rückwirkend zum 1. Januar 2016, das haben die Vorstände und Aufsichtsräte der beiden Banken am Freitagmorgen im künftigen Hauptsitz des neuen Instituts in Hude bekannt gegeben.

Als Vereinigte Volksbank Ganderkesee-Hude-Bookholzberg-Lemwerder werden die fusionierten Genossenschaftsbanken künftig firmieren. Das haben die Mitliedervertreter beider Banken am Mittwoch und Donnerstag in getrennten Versammlungen mit überwältigender Mehrheit von 97 Prozent (Bookholzberg-Lemwerder) und sogar mit 100 Prozent der abgegebenen Stimmen für Ganderkesee-Hude beschlossen.

Kundennähe wird nicht angetastet

Die neue Bank, die formal durch die Übernahme der kleineren Volksbank Bookholzberg-Lemwerder durch den größeren Partner aus Ganderkesee-Hude abgewickelt wird, soll Synergien für steigende regulatorische Anforderungen in einem zusehens schwierigeren europäischen Marktumfeld freisetzen.

Auch soll die Digitalisierung auf den Weg gebracht werden – unter Wahrung der traditionellen Nähe der Genossenschaftsbanken zu ihren insgesamt rund 32.000 Kunden und etwa 14.000 Mitgliedern.

Zusammenschluss aus Position der Stärke heraus

Der Zusammenschluss sei nicht aus einer Not heraus entstanden, betonten die künftigen Vorstände Jürgen Kikker, Oliver Frey (Ganderkesee-Hude) und und Sascha Knaack (Bookholzberg-Lemwerder). „Wir sind wirtschaftlich sehr gut aufgestellt“, beteuerte Frey mit Verweis auf die am Mittwoch und Donnerstag veröffentlichten Bilanzen. „Probleme haben wir nicht!“, stellte Jürgen Kikker unmissverständlich klar.

Vor 14 Monaten habe man sich erstmals mit dem Ziel, unter anderem beim Personal zu kooperieren, zusammengesetzt, blickte Oliver Frey zurück.

„Chemie stimmt“

Schnell sei daraus die Idee entstanden, sich als Institute zu verschmelzen, anstelle bloß zusammenzuarbeiten. „Die Chemie stimmte“, so Frey.

EZB verlangt Banken viel ab

Die Herausforderungen durch ein immer größeres Regelwerk der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und das Geschäft im Umfeld der Nullzinspolitik der EZB hätten diese Überlegungen dabei ebenso getragen, wie ein gewisser Fachkräftemangel, gab Jürgen Kikker einen Überblick. Die Verschmelzung eben zu diesem Zeitpunkt ermögliche die Chance des Agierens aus einer Position der Stärke heraus, betonte Frey.

Neue EC-Karten und Kontonummern

Für die Kunden wird die Fusion vor allem an den neuen EC-Karten sichtbar, die beide Institute Ende September/Anfang Oktober ausgeben werden.

Kunden der bisherigen Volksbank Bookholzberg-Lemwerder müsse sich darüber hinaus an eine neue IBAN (Internationale Bankkontonummer) gewöhnen, Daueraufträge und Lastschriften wollen die Banken umstellen.

Personal und Filialen sollen erhalten bleiben – vorerst.

Filialen sollen erhalten bleiben

„Werden die Filialen genutzt, haben sie auch eine Existenzberechtigung“, erläuterte Kikker. Allerdings würden die Öffnungszeiten angepasst.

Für die insgesamt 140 Mitarbeiter habe man mit den Betriebsräten Vereinbarungen getroffen: „Vorerst für die nächsten drei Jahre gibt es keine betriebsbedingten Kündigungen“, versprach Kikker.

Neuer Sitz in Hude

Sitz der neuen Genossenschaftsbank wird Hude.

Immobilienkäufe im Umfeld der Ganderkeseer Zentrale (dk berichtete) hätten „strategischen Charakter“, sagte Kikker: „Wir haben uns lokales Terrain gesichert, auch ist das ein gutes Investment.“