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Fusion von Ortswehren Zwei Feuerwehren im Kreis Oldenburg löschen für immer zusammen

Von Dirk Hamm | 22.08.2019, 09:03 Uhr

Fusion der Ortswehren Klein Henstedt und Prinzhöfte im Kreis Oldenburg förmlich besiegelt. Die Gründungsversammlung klärt Personalfragen.

Aus zwei mach eins: Die Fusion der Ortsfeuerwehren Klein Henstedt und Prinzhöfte-Horstedt in der Samtgemeinde Harpstedt ist nach zweijährigen Vorbereitungen jetzt förmlich vollzogen worden. Auf der Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Prinzhöfte ist in der Schützenhalle in Horstedt der Grundstein für eine gemeinsame Zukunft der beiden bisher eigenständigen Ortswehren gelegt worden.

Neues Feuerwehrhaus

Der Harpstedter Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse ließ zu Beginn der Versammlung die Vorgeschichte des Zusammenschlusses der beiden Grundausstattungs-Ortswehren zu einer neuen Stützpunktfeuerwehr Revue passieren. Im November 2017 hatten die beiden Ortsbrandmeister Johann Neuhaus und Jürgen Buchholz zusammen den Antrag für diesen Schritt und für die Schaffung eines gemeinsamen neuen Feuerwehrhauses in zentraler Lage eingereicht.

Gemeinsam unter Alarm

Die gemeinsame Alarmierung der beiden Ortswehren erfolgt bereits seit einigen Jahren. Außerdem haben sie 2003 zusammen eine Jugendfeuerwehr gegründet, und auch in der Altersabteilung ist man vor Jahren zusammengegangen. Der Zusammenschluss der beiden Ortswehren sei damit „keine von oben verordnete Zwangsehe, sondern ein selbstbestimmter Schritt in eine gemeinsame Zukunft“, so der Samtgemeindebürgermeister.

Formale Hürde

Damit die Fusion zustandekommen konnte, musste eine formale Hürde genommen werden. Denn da im Niedersächsischen Brandschutzgesetz kein Zusammenschluss zweier Ortswehren vorgesehen ist, mussten beide aufgelöst und eine neue gegründet werden, erläutert Christian Bahrs, Pressesprecher der Harpstedter Feuerwehren. Dazu habe es erst einmal Klärungsbedarf mit dem Landkreis Oldenburg als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde gegeben.

Genehmigung im April

Nachdem eine positive Stellungnahme vom Gemeindebrandmeister und die Zustimmung der Gemeinde Prinzhöfte vorlag, wurde im Dezember 2018 im Samtgemeinderat einstimmig beschlossen, den Antrag auf Auflösung und Neugründung an den Landkreis Oldenburg zu stellen. Die Genehmigung wurde am 8. April dieses Jahres erteilt. Zu guter Letzt beschloss der Samtgemeinderat am 27. Juni die neue Feuerwehrsatzung.

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Zur Sache

Auf der Gründungsversammlung waren jetzt noch die personellen Fragen zu klären. Es galt, das neue Ortskommando zu wählen. An der Spitze soll Jürgen Buchholz als Ortsbrandmeister stehen. Als sein Stellvertreter wurde Jens Bultmeyer gewählt. Carsten Lehmkuhl und Lena Pleus wurden zum Kassenwart und zur Stellvertreterin bestimmt. Als Sicherheitsbeauftragte soll in Zukunft Christin Wenke fungieren. Zur Schriftführerin wurde Janine Wacker gewählt. Hauke Wittgräfe übernimmt die Funktion als Gerätewart. Als Atemschutzwarte wurden Karsten Beckmann und Herbert Klingbeutel gewählt. Im Funkbereich wird Jonas Klann die Leitung übernehmen. Zu den Gruppenführern wurden Martin Oetken und Hannes Mües gewählt.

In der Samtgemeinderatssitzung am 26. September sollen die neuen Ortsbrandmeister ernannt werden. Bis zum 30. September bleiben die beiden bisherigen Ortsfeuerwehren bestehen. Die neue Stützpunktfeuerwehr Prinzhöfte nimmt am 1. Oktober ihren Betrieb auf.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Frank Hattendorf überbrachte die Grüße von Kreisfeuerwehr und Landkreis. Er sprach von einem „mutigen Schritt“, den die Kameraden gewählt haben. Eine Neugründung könne schiefgehen, aber mit der Vorbereitung sei das in Prinzhöfte gut gemeistert worden, so Hattendorf.