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Zwei Seniorenresidenzen erweitern Demenzhaus am Fuchsberg in Ganderkesee nimmt Gestalt an

Von Dirk Hamm | 05.10.2017, 08:26 Uhr

In der Gemeinde Ganderkesee entstehen in zwei Senioreneinrichtungen zusätzliche Plätze. Die Mitarbeitergewinnung gestaltet sich in der Pflegebranche jedoch schwierig.

Ganderkesee. Die Nachfrage nach Plätzen für Pflege und betreutes Wohnen im Alter ist groß, das Stichwort demografischer Wandel ist bekannt: Die Zahl der Senioren in unserer Gesellschaft wächst kontinuierlich an. Friedhelm Clasen hat ein erfolgreiches Geschäftsmodell darauf begründet: Seit rund 20 Jahren plant, baut und betreibt der Bremer Investor moderne Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Eine Millionen-Investition Clasens nimmt derzeit an der Adelheider Straße Gestalt an: Westlich der bestehenden Gebäude des Wohnparks am Fuchsberg wird ein neues Haus samt geschütztem Garten speziell für Demenzkranke gebaut.

Der Baufortschritt ist am Drahtzaun gut sichtbar, im April kommenden Jahres soll das Gebäude mit zwei Stockwerken und einem darauf gesetzten Staffelgeschoss fertiggestellt sein. „Wir liegen im Zeitplan“, berichtet Clasen auf dk-Nachfrage. Der Geschäftsführer des Wohnparks am Fuchsberg rechnet damit, dass in der zweiten Aprilhälfte 2018 die ersten Bewohner einziehen können.

49 Plätze in vier Wohngruppen

49 Plätze in vier Wohngruppen werden dann am Fuchsberg zusätzlich zu dem in Haus 1 bereits bestehenden Demenzbereich zur Verfügung stehen. Im Staffelgeschoss entstehen darüber hinaus elf Zwei-Zimmer-Wohnungen für Menschen, die sich noch weitgehend selbst versorgen können.

Clasens Pläne gehen noch weiter: Im kommenden Jahr soll auf dem Grundstück zwischen dem Wohnpark und dem Montessori-Kinderhaus der Bau von 60 weiteren seniorengerechten Wohnungen in vier mehrgeschossigen Häusern sowie sieben Bungalows in Angriff genommen werden.

Erweiterungsgebäude in Hoykenkamp

Auch an der Schierbroker Straße, wo die Convivo-Gruppe 2016 den Wohnpark Hoykenkamp eröffnet hat, gibt es weitergehende Baupläne: Neben dem bestehenden Hauptgebäude wird ein Erweiterungsgebäude hochgezogen für 13 Service-Wohungen und eine Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen. Baubeginn ist laut Marketingleiter Kevin Hoffmann voraussichtlich im kommenden Jahr, die Inbetriebnahme wird im April 2019 angepeilt.

Erweiterungspläne in Immer auf Eis gelegt

In Immer hingegen sind Erweiterungspläne auf Eis gelegt worden: Um 40 Plätze für betreutes Wohnen sollte das Seniorenzentrum Haus am Wald in Immer wachsen. „Bei dieser Personalsituation können wir das Risiko einer Erweiterung nicht eingehen. Als vollstationäre Einrichtung stehen wir mit dem Rücken an der Wand“, nennt Karin Griepenburg, die zusammen mit Ehemann Hans Schröder das Haus am Wald mit 72 Pflegeplätzen betreibt. Das Problem: Die Altenpflege sei ein „unheimlich unattraktiver Beruf„ geworden.

Auch Friedhelm Clasen sieht in der Mitarbeitergewinnung einen „wichtigen Punkt“ bei der weiteren Entwicklung von Seniorenwohneinrichtungen. Zwar erlernen 17 Auszubildende im Wohnpark am Fuchspark den Beruf der Pflegefachkraft, doch sind weitere Nachwuchskräfte sehr willkommen, erklärt Clasen: „Kurzentschlossene können sich bei uns melden und auch noch zwei bis drei Monate nach Beginn des Ausbildungsjahres einsteigen.“