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Zweiter Rettungswagen für den Ort DRK-Retter in Ganderkesee künftig noch präsenter

Von Thorsten Konkel | 14.08.2015, 06:47 Uhr

Im Landkreis Oldenburg überaltert die Bevölkerung dramatisch, Jahr für Jahr wird es zehn Prozent mehr Einsätze für den Rettungsdienst geben. In Ganderkesee steht jetzt ein zweiter Rettungswagen vor dem Dauereinsatz.

In Ganderkesee sollen Hilfe und medizinische Versorgung durch den Rettungsdienst des Landkreises Oldenburg künftig noch schneller vor Ort sein: Nachdem die für die Gemeinde und die Umgebung zuständigen Retter vom DRK bereits im Juli vergangenen Jahres von Bookhorn aus in den Ort an die Urneburger Straße gerückt sind, wird dort nun ein zusätzlicher Rettungswagen probeweise die meiste Zeit besetzt.

Bislang nur ein Fahrzeug

Regulär war bislang nur ein Rettungswagen an 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr verfügbar.

„Wir reagieren damit auf die steigenden Einsatzzahlen aufgrund des demografischen Wandels in der Region“, erklärt der Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Oldenburg Jörn Kaminski.

Großleitstelle zieht Fahrzeuge zusammen

Derzeit zieht die Großleitstelle in Oldenburg bei erhöhtem Einsatzaufkommen Rettungsfahrzeuge aus Nachbarkommunen, darunter aus Delmenhorst, Harpstedt oder der Wesermarsch hinzu.

Kreis startet Pilotprojekt

Bis 2030 überaltert die Bevölkerung dramatisch: In Ganderkesee steht ein zweiter Rettungswagen vor dem Einsatz. Mit dem Pilotprojekt wolle der Kreis testen, wie die Qualität des Rettungsdienstes trotz laufend steigender Einsatzzahlen verbessert werden kann. Die Aufgabe ist anspruchsvoll, denn der demografische Wandel und sein Einfluss auf die Krankenversorgung ist dramatisch:

Ältere Bürger, mehr Einsätze

Die deutliche Überalterung der Kreisbevölkerung werde bis 2030 für erheblich mehr Einsätze sorgen. „Wir rechnen pro Jahr mit einem Plus von zehn Prozent“, warnt Kaminski.

Gegenwärtig teste man noch, zu welchen Zeiten ein zweiter einsatzbereiter Rettungswagen in Ganderkesee den meisten Sinn ergebe. „Wir sind noch in der Pilotphase“, betonte Kaminski.

Mehrzweckfahrzeug im Einsatz

Bei der Erprobung gehe es zunächst nur um den Einsatz zusätzlichen Rettungspersonals. Das zusätzliche Fahrzeug selbst musste nicht neu angeschafft werden. Denn als sogenanntes „Mehrzweckfahrzeug“ ist der voll ausgestattete Rettungswagen sowieso schon am Standort vorhanden gewesen.

Sechs Rettungswachen im Landkreis Oldenburg

Neben der vom DRK in Ganderkesee betriebenen Rettungswache unterhält der Landkreis noch fünf weitere Wachen in Ahlhorn, Harpstedt, Hude, Sandkrug und Wildeshausen. Hinzu kommen drei Standorte für Notarztwagen in Bookholzberg, Sandkrug und Wildeshausen. Vertragspartner sind dabei neben dem Deutschen Roten Kreuz auch der Malteser Hilfsdienst sowie die Johanniter.

Ausweitung möglich

Läuft die Erprobung entsprechend den Erwartungen, könnten an anderen Standorten ebenfalls Mehrzweckfahrzeuge zusätzlich für den regulären Rettungsdienst genutzt werden. Kreisweit gibt es noch zwei weitere Mehrzweckwagen.

Neue Rettungsmittel

In weiterer Ferne sei auch die Anschaffung eines neuen und zusätzlichen Rettungswagens für den Landkreis möglich, blickte Jörn Kaminski voraus. Doch auch aktuell arbeite die Kreisverwaltung an einer Verbesserung der Ausstattung. Gerade wird kreisweit ein Konzept mit einheitlichen Rettungsrucksäcken umgesetzt.

„Inhalt und Bestückungsanordnung der Säcke sind auf allen Fahrzeugen gleich, das hat den Vorteil, dass jeder im Rettungsdienst vor Ort immer sofort identische Rettungsmittel vorfindet und sich nicht erst orientieren muss“, nennt Kaminski den Zeitgewinn. Auch seien die Säcke besser zu tragen, Helfer könnten mit der Ausrüstung rascher zum Einsatzort eilen.