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Zwischen Google und Smartphones „Senioren am Netz“ treffen sich in Bookholzberg

Von Kristina Müller | 24.04.2017, 16:07 Uhr

Mehr als gut vernetzt: Die „Senioren am Netz“ treffen sich im Internetcafé in Bookholzberg nicht nur zum Surfen, sondern auch zum Schnacken und „Netzwerken“.

Nach ein, zwei Mausklicks scrollt sich Reinhild Kloss durch die Google-Bildergalerie. Sie schaut sich Fotos von der verkauften Marienhude-Villa an. In einem zweiten Fenster verschafft sie sich einen Überblick über die Nachrichten des Tages.

Jeden Vormittag surfen die „Senioren am Netz“ im Internetcafé auf dem Gelände des Berufsförderungswerkes in Bookholzberg frei durch das Internet. Dort drucken sie Bilder aus, schauen Youtube-Videos oder schnacken einfach nur. Denn: „Zum freien Surfen geht man zum Quatschen“, verrät Kloss.

„In Geselligkeit austauschen“

Das bestätigt auch Heiko Zimmermann, Vorsitzender des Senioren-Netzwerkes. „Sie treffen sich zum freien Surfen, weil sie sich in Geselligkeit austauschen wollen – über Städte, Bilder und Geschichten, die sie recherchieren.“

Das freie Surfen ist jeden Vormittag möglich, Kurse finden montags bis donnerstags jeweils nachmittags statt. Darunter finden sich Kurse zum Erstellen von Fotobüchern, zum Drehen, Schneiden und Editieren von Videos und zum Umgang mit dem neuen Windows-Betriebssystem. „Und in den Kursen gibt es auch feste Kaffeepausen“, so Zimmermann. In denen tauschen sich die Senioren gerne aus. Einige Kurskonstellationen bestünden sogar bereits seit zehn Jahren.

Kurse zu Smartphones beliebt

„Vor sechs Jahren hatte sich ein Kurs damit beschäftigt, wie man Reisen und Flüge buchen kann“, erzählt Zimmermann. In diesem Kurs sei dann auch ein Flug nach London gebucht worden. „Das hat allen so gefallen, dass wir jetzt regelmäßig jedes Jahr das ‚Fliegende Klassenzimmer auf Fahrt‘ haben.“

Seit drei Jahren würden auch verstärkt Kurse zum Umgang mit Smartphones und Tablets angeboten. Und die fänden auch großen Anklang. „Inzwischen schafft sich auch die Generation 50 Plus mehr Smartphones an“, ist dem Vereinsvorsitzenden aufgefallen. „Sie können darüber mit ihren Kindern und Enkelkindern kommunizieren.“ Diese Kurse seien auch sehr beliebt.

260 Vereinsmitglieder

Insgesamt elf Kurse sind nachmittags im Angebot. An jedem nehmen etwa sieben bis zehn der knapp 260 Vereinsmitglieder teil. Dabei reicht die Altersspanne der Teilnehmer von Mitte 50 bis sogar Anfang 90. „Der Älteste ist 91 und der hat sich auch gerade einen neuen Laptop gekauft“, berichtet Zimmermann. Den Verein selbst gibt es seit 2001.

Auch Günther Sauer kommt gerne zum freien Surfen. „Wenn wir bestimmte Sachen wissen wollen, die wir noch nicht kennen, dann machen wir uns beispielsweise über Google schlau“, erzählt er. Aber auch Bilder bearbeiten, E-Mails schreiben oder Fotobücher erstellt er dort. Was ihm besonders an den Treffen gefällt? Die Zusammenkunft und das Miteinander mit den Leuten, sagt er.