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Nach Abschied vom gelben Sack Verpackungstonne ist vielen in Stuhr und umzu zu klein

Von Dirk Hamm | 09.02.2019, 09:32 Uhr

Verpackungsabfälle gehören im Landkreis Stuhr seit Jahresbeginn in die gelbe Tonne. Vielen Haushalten reicht das Volumen der Behälter aber nicht aus.

Der gelbe Sack ist passé in der Gemeinde Stuhr und im gesamten Landkreis Diepholz. Oder zumindest beinahe: Auch nach der Umstellung auf die gelbe Verpackungstonne stecken noch immer zahlreiche Haushalte ihren Verpackungsmüll in den vertrauten gelben Sack. Die Abfallwirtschafts-Gesellschaft (AWG) des Landkreises hatte ab vergangenem November flächendeckend die neuen Behälter ausgeliefert. Rund 1000 der 73.000 Haushalte im Landkreis haben sich jedoch nach Angaben der AWG gegen die Tonne mit dem gelben Deckel entschieden.

Gelber Sack wird nicht mehr abgeholt

„Viele wollen die Tonne nicht, weil sie keinen Platz haben. Andere halten aus Gewohnheit an den gelben Säcken fest. Das respektieren wir“, sagt AWG-Pressesprecher Matthias Kühnling. Auch wenn beim ersten Entleerungs-Durchgang zu Jahresbeginn noch eine Ausnahme gemacht wurde, so gilt jetzt grundsätzlich: Die gelben Säcke werden nicht mehr abgeholt, sondern müssen von den verbliebenen Benutzern selbst zu den Wertstoffhöfen der AWG gebracht werden.

240 Liter Volumen reichen vielen nicht

Von einer Phase des Ausprobierens und der „Feinjustierung“ spricht Kühnling nach den ersten Wochen an Erfahrung mit der neuen Verpackungstonne. So manchem reicht deren Fassungsvermögen – 240 Liter für einen Haushalt und 1100 Liter für ein Mehrfamilienhaus – nicht aus. Etwa 3600 entsprechende Rückmeldungen sind laut Kühnling bei der AWG eingegangen. Das sei angesichts der Gesamtzahl von mehr als 70.000 Haushalten „nicht viel“, meint der Pressesprecher.

Nachrüstungswünsche werden abgearbeitet

Sollte tatsächlich Bedarf für eine größere Tonne vorliegen, um bis zur nächsten monatlichen Abholung alle anfallenden Verpackungen entsorgen zu können, kann ein größerer Behälter bestellt werden. Ein Automatismus gebe es aber nicht, erklärt Kühnling: „Wir möchten vermeiden, dass der Behälter fremdgenutzt wird und legen Wert darauf, dass nur Verpackungen in die Tonne kommen.“ Bis die Nachrüstungswünsche abgearbeitet sind, werde es noch ein paar Wochen dauern. Darüber hinaus gelte die Empfehlung, den Verpackungsabfall möglichst lose und flach in die gelbe Tonne zu legen und sie so effektiver auszunutzen.

„Gelber Sack nicht mehr zeitgemäß“

Nach Einschätzung der AWG hat die Mehrheit der Landkreis-Bewohner schon seit Langem die Verpackungstonne gegenüber dem gelben Sack favorisiert. Das leitet Kühnling sowohl aus einer Umfrage zur Abfallentsorgung als auch aus vielen Gesprächen im Kundencenter ab. „Wir halten den gelben Sack einfach nicht mehr für zeitgemäß“, bringt er es auf den Punkt. Zahlreiche Vorteile sprächen für die Tonne. Etwa die größere Stabilität, während die Säcke mitunter aufreißen und bei kräftigem Wind durch die Luft fliegen. Außerdem werden keine Ratten angelockt.

Darüber hinaus spreche für das neue System, dass die Müllwerker in ihrem harten Job entlastet werden: „Sie müssen sich jetzt nicht mehr 1000 Mal am Tag nach den gelben Säcken bücken.“