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13. Stuhrer Wirtschaftsforum Offene Worte des Rathauschefs über Verkehr in Stuhr

Von Dirk Hamm | 25.11.2016, 13:32 Uhr

Klein Blatt vor den Mund hat Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen am Donnerstagabend zu Beginn des 13. Wirtschaftsforums im Rathaus Stuhr genommen. Teilweise „frustriert und resigniert“ sei er gewesen angesichts vieler Probleme, die sich in diesem Jahr angehäuft haben, eröffnete Thomsen den Unternehmern und Vertretern der Lokalpolitik.

An oberster Stelle nannte der Verwaltungschef den Bereich Verkehr: „Es gab eine unendliche Zahl von Stausituationen, die uns alle nennenswert belastet haben und auch zu Einbußen für einige Unternehmen geführt haben.“

Neben Baustellen und verkehrsumlenkenden Maßnahmen sei dafür die begrenzte Kapazität der Straßen in der Gemeinde verantwortlich. Dass die zur Entlastung geplante B6 neu als Verbindung zwischen der A281 und A1 im neuen Bundesverkehrswegeplan im „vordringlichen Bedarf“ eingestuft ist, beeindruckt den Bürgermeister nicht. „Der ‚vordringliche Bedarf‘ hilft mir nicht, ich möchte, dass die Straße gebaut wird“, machte Thomsen seinem Ärger Luft.

Kritik an Entscheidungsprozessen in Bremen

Zugleich übte er scharfe Kritik an den Entscheidungsprozessen in Bremen. Da die Bürgerschaft eine Trassenführung inklusive Untertunnelung statt Umfahrung des Flughafens festgelegt habe, hege er Zweifel daran, dass die B6 neu gebaut werde.

Auch die Erhöhung der Gewerbe- und Grundsteuern in diesem Jahr, die Unternehmer und Grundbesitzer belaste, sprach der Rathauschef an. Er warb erneut um Verständnis für diese Entscheidung: „Wir betreuen über 1000 Kinder in unseren Einrichtungen. Wir haben gute Schulen, die Steuermittel werden gut eingesetzt.“ Auch habe die Gemeinde seit 2004 ihren Schuldenstand kontinuierlich reduzieren können.

Mit Publikumsjoker zum „Stuhrer Unternehmer-Millionär“

Scharfe Kritik übte Thomsen an der Systematik der Finanzierung von Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland: „Warum muss die Betreuung der Kinder mit kommunalen Geldern finanziert werden? Das ist eine staatliche Aufgabe.“

Anschließend nahm der Abend einen betont heiteren Verlauf, was vor allem an der Idee der Organisatoren lag, statt eines Vortrags eine Spielrunde nach dem Vorbild von „Wer wird Millionär?“ zu veranstalten. Bauunternehmer Lutz Hollmann durfte auf dem Stuhl gegenüber Unternehmensberater Lutz Penzel, der in die Rolle von Günther Jauch schlüpfte, Platz nehmen. Mit Hilfe mehrerer Publikumsjoker nahm er alle Hürden und schwang sich zum „Stuhrer Unternehmer-Millionär“ auf.