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„Ära Harries“ endet in Moordeich Harries-Mühle wird in Groß Ippener neu gegründet

Von Dirk Hamm | 03.06.2016, 20:51 Uhr

Der Name „Haferflockenkreuzung“ in Moordeich wird ab kommendem Jahr nur noch eine Erinnerung an die Vergangenheit sein: Die Harries-Mühle in Moordeich wird geschlossen.

Florian Harries, Sohn des derzeitigen Firmenchefs, wird mit einem neu gegründeten Unternehmen im kommenden Jahr im Gewerbegebiet Groß Ippener in der Samtgemeinde Harpstedt eine neue Produktionsstätte des Schälmühlenwerks eröffnen.

Die Firmenleitung der Harries-Mühle war zu einer Stellungnahme zu dieser Entwicklung in den vergangenen Tagen nicht zu erreichen. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium bestätigte jedoch, dass die Investition in die neue Mühle in Höhe von zehn Millionen Euro aus Fördertöpfen des Landes und der EU mit zwei Millionen Euro bezuschusst wird.

Überprüfung des Förderantrags ergibt keine Beanstandungen

Pressesprecher Stefan Wittke erklärte, dass die Bewilligung des Förderantrags in den vergangenen Tagen noch einmal überprüft wurde. Dabei sei zu klären gewesen, ob es sich bei dem neuen Betrieb möglicherweise um die Fortsetzung des bisherigen Unternehmens handelt. Die Überprüfung habe aber keine formalen Beanstandungen ergeben.

Auch sei trotz des Umstands, dass in Moordeich 27 Arbeitsplätze abgebaut werden und in Groß Ippener 20 neue entstehen sollen, der Sinn der Förderung erfüllt. Denn in Moordeich habe die Mühle keine Erweiterungsperspektive gehabt – es habe nur die Wahl zwischen Verlegung und Schließung bestanden. Wittke: „Aus Sicht des Landes ging es um den Erhalt von Arbeitsplätzen.“ Bis auf die Mitarbeiter, die altersbedingt ausscheiden, erhielten alle Beschäftigten ein Übernahmeangebot, so der Pressesprecher.

Bedauern in Stuhr über Verlust eines Unternehmens

Der Stuhrer Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier bedauert das Aus für das Traditionsunternehmen an der „Haferflockenkreuzung“: „Jeder Betrieb, der geht, ist einer zu viel.“ Mit der Firmenleitung habe es Gespräche über eine alternative Gewerbefläche innerhalb der Gemeinde Stuhr gegeben: „Wir haben gemeinsam Flächen angeschaut und Harries ein Angebot gemacht. Das wurde nicht angenommen.“ Hinsichtlich der Fördergelder erklärte Wimmelmeier, dass der Landkreis Diepholz im Gegensatz zum Landkreis Oldenburg nicht zu den Förderregionen gehöre, die aus den Mitteln der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ bedacht werden.