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Auch nach der Großbaustelle Weiter ein Streifen gesperrt auf der A1 in Brinkum

Von Dirk Hamm | 19.04.2019, 15:37 Uhr

Die Dauerbaustelle zwischen dem Dreieck Stuhr und Brinkum ist Vergangenheit. Doch an der Ausfahrt Brinkum bleibt eine Spur gesperrt. Grund ist der Neubau der Ochtum-Brücke.

Zwei Jahre lang hat die Großbaustelle auf der A1 im Bereich der Gemeinde Stuhr die Autofahrer genervt – im besten Fall. Beinahe täglich kam es auch zu Unfällen, oft genug mit schweren Personenschäden. Die Sanierungsarbeiten auf dem Autobahnabschnitt zwischen dem Dreieck Stuhr und der Anschlussstelle Bremen/Brinkum sind zwar beendet, die Baustelle ist verschwunden. Dennoch herrscht uneingeschränkte Fahrt nur in Richtung Osnabrück.

Warnbaken und Markierungen

In der Fahrtrichtung Hamburg hingegen sind sie ungefähr ab der Höhe der Fahrrad- und Fußgängerbrücke Am Röwekamp in Brinkum noch da, die Warnbaken und gelben Fahrbahnmarkierungen. Der linke Fahrstreifen ist ab hier gesperrt, die Verkehrsteilnehmer sind von diesem Punkt aus den auf der A1 in Stuhr seit zwei Jahren gewohnten Behinderungen ausgesetzt. Besondere Vorsicht ist auf den beiden verengten Fahrspuren angezeigt.

Achtspurige Brücke im Bau

Der Grund für diese anhaltende Einschränkung liegt in einer Baumaßnahme, die gut ein Kilometer entfernt vonstattengeht: Genau an der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Bremen wird die Autobahnbrücke über die Ochtum neu gebaut und dabei auf acht Spuren erweitert. Bauherrin bei dem Projekt ist die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges).

Der Abstand zwischen der Ochtumquerung und der Abfahrt Brinkum ist laut Informationen der Deges so kurz, dass die wegen der Baustelle notwendige Verziehung von drei auf zwei Fahrspuren noch vor der Ausfahrt Brinkum erfolgt. Die Folge: In diesem Bereich kommt es nach wie vor zu Staus. Der Ersatzneubau der Ochtumbrücke soll bis Ende Juni 2020 fertiggestellt sein.

Weniger Unfälle seit Ende der Baustelle

Auf dem Autobahnabschnitt zwischen Brinkum und dem Dreieck Stuhr hingegen hat sich die Lage aus Sicht der Polizei deutlich entspannt. Die Zahl der Verkehrsunfälle hatte sich laut der jährlich vorgelegten Statistik im ersten Jahr der Großbaustelle, 2017, verdoppelt und war 2018 nochmals um 20 Prozent gestiegen. Zwar liegt eine offizielle Unfallstatistik für das laufende Jahr noch nicht vor, erklärt Albert Seegers, Sprecher der Polizei in Delmenhorst. Aber nach der Erfahrung der vergangenen Wochen sei die Verkehrssituation auf diesem Abschnitt „total unauffällig“. „Die Unfallzahlen sind definitiv zurückgegangen“, so Seegers. Wenn es doch einmal kracht zwischen dem Autobahndreieck und der Ausfahrt Brinkum, dann handele es sich meist um leichte Auffahrunfälle ohne Personenschaden. Ein schwerer Unfall sei dort in diesem Jahr von der Polizei noch nicht registriert worden.

Keine zeitliche Verknüpfung der Projekte

Dass der Neubau der Ochtumbrücke erst später und nicht parallel zu den Sanierungsarbeiten an der A1 angegangen wurde, ist bei vielen auf Unverständnis gestoßen. Die Deges erklärt die verpasste Chance, die für beide Projekte notwendigen Arbeiten in einem „Rutsch“ durchzuziehen und damit die Verkehrsbehinderungen nicht noch weiter in die Länge zu ziehen, mit dem planerischen Zeitaufwand. Da in die Brücke in Absprache mit dem Bund acht- statt sechsspurig gebaut werden sollte, wurde ein Planfeststellungsverfahren notwendig.