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Austritte in Ortswehr Stuhr Knappes und teures Bauland bereitet Feuerwehr Sorgen

Von Dirk Hamm | 04.02.2019, 07:44 Uhr

Die Feuerwehr Stuhr beklagt den Mangel an Baugrundstücken in der Gemeinde. Einige Aktive sind bereits weggezogen und ausgetreten.

Baugrundstücke sind Mangelware in der Gemeinde Stuhr. Wie berichtet, befindet sich derzeit lediglich in Brinkum südlich der Straße Auf dem Steinkamp ein größeres Neubaugebiet in der Entwicklung. Ein Engpass, der der Feuerwehr zunehmend Sorgen bereitet: „Auch für Feuerwehrangehörige wird es immer schwerer, Baugrundstücke zu finden“, beklagte Ortsbrandmeister Rainer Troue am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Stuhr.

Wenig Aussicht auf schnelle Lösung

Diese Knappheit an Bauland in der Gemeinde hat laut Troue in den vergangenen Jahren bereits zu mehreren Austritten aus der Ortsfeuerwehr Stuhr geführt, da Feuerwehrmitglieder im sogenannten Ausrückebereich kein Baugrundstück erwerben konnten und auf andere Orte ausweichen mussten. Hinzu kommen die steigenden Grundstückspreise, gibt Gemeindefeuerwehrsprecher Christian Tümena zudem zu bedenken. 250 bis 300 Euro pro Quadratmeter seien für Feuerwehrleute, die meist eher aus handwerklichen Berufen kommen, oftmals nicht zu stemmen.

Rainer Troue bat den bei der Jahreshauptversammlung anwesenden Ersten Gemeinderat Ulrich Richter, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Der zweite Mann in der Stuhrer Verwaltung ließ jedoch durchblicken, dass das auf die Schnelle nicht möglich ist.

Viele Einsätze in der Dauerbaustelle

Gemeindebrandmeister Michael Kalusche gab einen Gesamtüberblick über das Einsatzgeschehen der sechs Stuhrer Ortswehren im vergangenen Jahr. Demnach hat es 2018 insgesamt 427 Einsätze im gesamten Gemeindegebiet gegeben, eine nahezu unveränderte Zahl gegenüber den 424 Alarmierungen ein Jahr zuvor. Waren laut Kalusche 2017 noch die vielen technischen Hilfeleistungen während der Herbststürme Grund für die besonders hohe Beanspruchung der Stuhrer Brandschützer, sei 2018 dafür vor allem die Dauerbaustelle auf der A1 verantwortlich gewesen.

Zumeist leichte Unfälle

Im Bereich der Baustelle selbst zwischen dem Dreieck Stuhr und der Anschlussstelle Brinkum habe es meist Kollisionen mit Leichtverletzten gegeben, erläutert dazu Christian Tümena. Schwere Unfälle ereigneten sich dagegen infolge von Rückstaus im Vorfeld der Baustelle zwischen Groß Ippener und dem Dreieck Stuhr sowie zwischen Brinkum und Arsten.

Mit dem Rückbau der Baustelle auf der A1, der noch nicht ganz abgeschlossen ist, sei die Zahl der Einsätze der Feuerwehr auf der Autobahn seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen.