Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Bauernmarkt in Moordeich Chili-Honig-Salami trendiger als schnöde Mettwurst

Von Florian Fabozzi | 22.09.2019, 22:55 Uhr

Schon kurz nach der Eröffnung des Moordeicher Bauanmarktes am Sonntag um 11 Uhr strömte eine große Menschenmenge durch die schmalen Wege des Marktgeländes am Restaurant „Nobel“.

Blasebälge kennt man heute vor allem vom Akkordeon oder Dudelsack, doch einst waren die Bälge auch für die Schmiedekunst unverzichtbar. Werner Osterloh aus Hude führte am Sonntag auf dem Moordeicher Bauernmarkt vor, wie vor über 100 Jahren Metall verarbeitet wurde. „Durch den Blasebalg wird ein Luftstrom erzeugt, der die Kohle immer wieder anheizt“, erklärte er. Den Luftstrom erzeugt Osterloh, indem er den Hebel des Balges mehrfach nach unten drückt. Erst wenn die Kohle brennt, kann er die Metallfragmente im Feuer verarbeiten und anschließend mit dem Hammer in die gewünschte Form bringen. Der Blasebalg sei ein zufälliges Fundstück gewesen: „Ich hab den auf dem Dachboden meiner Schmiede gefunden“, berichtete Osterloh, der den Familienbetrieb 1987 von seinem Vater übernahm. Bei den Besuchern des Markts kam die Vorführung gut an: Viele erwarben Osterlohs vor Ort geschmiedete Schlüsselanhänger.

Herbstsaison eingeläutet

Wie Osterloh durften sich auch die anderen Aussteller am Sonntagvormittag über einen großen Andrang freuen. Schon kurz nach der Eröffnung des Marktes um 11 Uhr strömte eine große Menschenmenge durch die schmalen Wege des Marktgeländes am Restaurant „Nobel“. Trotz spätsommerlicher Temperaturen wurde hier bereits die Herbstsaison eingeläutet. So stach der Blumenstand durch ein herbstliches Sortiment aus Chrysanthemen und Stauden hervor. Auch kulinarisch hinterließ der Herbst seine ersten Spuren: Frisches Kürbisbrot und eine Vielfalt an Edelpilzen aus Bruchhausen-Vilsen ließen bei den Besuchern kaum Wünsche offen. Traditionell befanden sich auf dem Markt auch Stände mit selbstgemachten Gewürzen, Honig und Käse. Wer es exotischer mochte, konnte sich dagegen an Kreationen wie Chili-Honig-Salami probieren.

Handwerkskunst

Dass der Bauernmarkt in erster Linie ein Markt der Handwerkskunst ist, war auch dieses Jahr nicht zu übersehen. Die Auswahl erstreckte sich von Spielzeugen, Holzpuppen und dekorative Figuren. Marina Bümmerstede aus Rastede brachte unter anderem Leuchtkannen und Kerzenständer unter die Menschen. Besonders raffiniert waren ihre Nistkannen, die sich an Bretter schrauben lassen und Vögeln als Heimat dienen sollen.

Viel Angebote für Kinder

Das Kleidersortiment war stark an die jüngere Kundschaft ausgerichtet. Angeboten wurden untere anderem kleine Kissen, Kleider und bunte Wollmützen. Hanna Weinhold verkaufte derweil Kinderpuschen aus echtem Leder. Die Kinder, denen der Sinn nicht nach Shoppen stand, konnten sich stattdessen im Spielbereich vergnügen. Hier waren zwei Bungee-Trampoline aufgebaut, auf denen die Kinder hüpfen konnten und die Gelegenheit bekamen, das Treiben auf dem Markt von weiter oben zu bestaunen.