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Baustelle auf der A1 Fahrbahn zwischen Stuhr und Brinkum wird erneuert

Von Kristina Müller | 28.02.2017, 21:37 Uhr

Zwei Jahre lang Stau vorprogrammiert: Auf der A1 zwischen dem Dreieck Stuhr und der Anschlussstelle Brinkum wird die Fahrbahn erneuert – und das stellt nicht nur die Autofahrer, sondern auch Polizei und Feuerwehr vor eine große Herausforderung.

Auf einer Strecke von 8,5 Kilometern wird die Fahrbahn auf der A1 altersbedingt grunderneuert. Der 40 Jahre alte Beton wird durch den gleichen Beton ersetzt. Die Baustelle beginnt kurz vor dem Dreieck Stuhr und zieht sich bis kurz vor die Anschlussstelle Brinkum hin. „Es wird keine richtige Umleitungsstrecke geben“, betont Jens Schumacher von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

In diesem Jahr ist die Fahrbahn in Richtung Hamburg, im nächsten Jahr die Strecke in Richtung Osnabrück dran. Jeweils 20 Millionen Euro werden dafür pro Fahrbahn laut Schumacher investiert.

Was bedeutet das für die Autofahrer?

Ab dem 15. März sollen die Autofahrer auf der Richtungsfahrbahn nach Hamburg beim Dreieck Stuhr über den Mittelstreifen auf die Gegenfahrbahn geführt und dort in eine vierspurige Verkehrsführung, zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung, geleitet werden. Nach der Anschlussstelle Brinkum werde der Verkehr wieder auf die richtige Fahrbahn geführt.

Dazu werden aus den dreispurigen Fahrbahnen zweispurige, was vor allem zu Hauptverkehrszeiten Staus zur Folge hat. Auch auf der A28 aus Richtung Oldenburg ergäben sich dadurch Rückstaus. Bis mindestens November sollten die Autofahrer mit der Baustelle rechnen, plant Schumacher.

Vorbereitungen seit Anfang Februar

Die Vorbereitungsmaßnahmen laufen bereits seit Anfang Februar. Dafür wurde das Baufeld in der Mitte für vorbereitende Arbeiten errichtet, wodurch schon jetzt eine Spur pro Fahrtrichtung wegfällt.

Allein dadurch ergeben sich Behinderungen und Staus, erklärt Polizeisprecherin Melissa Oltmanns. In diesem Zusammenhang hätten sich bereits 23 Unfälle mit einem Gesamtschaden von über 250.000 Euro ereignet. Der schwerste passierte erst gestern, bei dem eine Frau bei dem Rückstau auf der A28 das Stauende übersah und schwer verletzt wurde.

Unfälle verhindern

„Wie können wir verhindern, dass ein Unfall passiert?“, schildert Oltmanns die Überlegungen der Polizei. Das Problem seien vor allem die schlimmeren Unfälle, die meist an Stauenden passieren. „Wir müssen die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer steigern“, erläutert Oltmanns.

Dazu soll beispielsweise die Geschwindigkeit schon vor der Baustelle herunter geregelt werden. Weitere Maßnahmen sind die Ausleuchtung der Baustelle, blinkende Geschwindigkeitsanzeigen, offensive Geschwindigkeitsüberwachungen, Rundfunkdurchsagen zu Staus, dynamische Echtzeit-Stauwarnanlagen und auch Hinweise auf das Reißverschlussverfahren. Denn das sei laut Christoph Alterbaum von der Landesbehörde der Faktor, durch den hauptsächlich Stau entstehe. Wenn das Verfahren lehrbuchmäßig durchgeführt werde, sei die Stauentwicklung geringer, ist sich Alterbaum sicher.

Informationen für Polizei und Rettungskräfte

Doch nicht nur die Autofahrer haben mit der Baustelle zu kämpfen. Denn sollten trotz der Präventionsmaßnahmen Unfälle passieren, müssen Polizei und Rettungskräfte schnell zum Unfallort. Deshalb erhielten die Bremer Polizei, die Niedersächsische Polizei, die Feuerwehren Groß Mackenstedt, Bremen, Harpstedt und Delmenhorst, sowie die jeweiligen Rettungsdienste gestern Informationen darüber, wie die Baustelle aussehen wird und wie die Rettungskräfte am besten an den Einsatzort heranfahren und das Ganze vorab koordinieren können.

Denn während der neuen Fahrbahnregelung ist die Bildung einer Rettungsgasse nicht möglich. Die Einsatzkräfte müssen daher von außen an den Unfallort heranfahren, indem sie entweder durch das Baufeld an die Unfallstelle heranfahren oder als Falschfahrer durch den Gegenverkehr unter Koordination der Polizei müssen.

Gemeinsame Funkrufgruppe für Einsatzkräfte

Die Einsatzkräfte planen darüber hinaus, eine gemeinsame Funkrufgruppe über den Digitalfunk einzurichten, um so gut vernetzt die Lage abzustimmen und das Vorgehen zu klären.

Zudem sollen alle 250 Meter Hinweistafeln über den genauen Standort am Fahrbahnrand aufgestellt werden, um diesen dem Rettungsdienst mitteilen zu können. Außerdem sollen Nothaltebuchten befestigt werden.