Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Bedenken von Eltern gegen Konzept Mehr Erzieherinnen für die Stuhrer Kitas geplant

Von Dirk Hamm | 15.12.2018, 12:56 Uhr

In den Stuhrer Kitas fehlen Erzieherinnen. Ein neues Konzept soll die Situation verbessern. Eltern beklagen die geplante Reduzierung der Betreuung am Nachmittag.

„Wenn die Schließzeiten geändert werden, kann es sein, dass ich meine Arbeit verliere.“ Mit dieser emotionalen Wortmeldung, an die Mitglieder des Stuhrer Ausschusses für Jugend, Freizeit und Kultur gerichtet, hat eine Mutter zum Ausdruck gebracht, was sie vom frisch auf den Tisch gelegten Entwicklungskonzept der Gemeinde für die Stuhrer Kindertagesstätten hält. Eine andere Mutter sprach von „Existenzängsten“, die das von den Politikern ohne Gegenstimme gebilligte Maßnahmenpaket bei den Betroffenen auslöse.

Öffnungszeiten werden reduziert

Was war geschehen? Mit einschneidenden Regelungen, die anschließend auch vom Rat beschlossen wurden, will die Gemeinde Stuhr wachsenden Engpässen bei der Betreuung in den Krippen und Kindergärten begegnen. So sollen unter anderem die Öffnungszeiten reduziert werden, nach 16 Uhr – freitags schon um 15 Uhr – soll es keine Betreuung mehr geben. Und wer die Kita nachmittags in Anspruch nehmen möchte, muss dafür künftig eine höhere Wochenarbeitszeit als bisher nachweisen. Für Eltern, die noch auf der Grundlage der bisherigen Bestimmungen für 2018/19 einen Platz in einer Gruppe mit Nachmittagsbetreuung bekommen haben, soll aber im Kindergartenjahr 2019/20 ein Bestandsschutz gelten.

42 neue Stellen vorgesehen

Um eine höhere Verlässlichkeit in der Betreuung gewährleisten zu können und die gegenwärtigen Personalausfälle aufzufangen, sollen zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden. Das Konzept sieht außerdem eine Verbesserung der Personalausstattung in den Ganztagsgruppen vor. Insgesamt 42 Stellen sollen in den Stuhrer Kitas neu geschaffen werden.

Ein Vorhaben, das nicht billig zu haben ist: Laut Verwaltung kostet das die Gemeinde 2,33 Millionen Euro pro Jahr. Dazu kommen hohe Investitionssummen für den ebenfalls ins Auge gefassten Anbau von Gruppenräumen in bestehenden Kindertagesstätten sowie den Neubau von zwei Einrichtungen. Die Herausforderung für die Finanzplaner wird darin bestehen, trotz der Mehrausgaben auch künftig einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen – an diesem Ziel soll laut dem Konzept ausdrücklich festgehalten werden.

Attraktiver durch bessere Arbeitsbedingungen

Das Problem bei den Neueinstellungen: Schon jetzt kann die Gemeinde nicht alle vorhandenen Stellen besetzen, bleiben Ausschreibungen erfolglos. Der Konkurrenzkampf um die Erzieherinnen und Sozialassistentinnen wird größer, es droht ein zunehmender Rückzug auf Mindeststandards, so die von der Arbeitsgruppe, die das Entwicklungskonzept für die Kitas erarbeitet hat, vorgelegte Analyse. Verbesserte Arbeitsbedingungen sollen wieder mehr Fachkräfte in die Stuhrer Einrichtungen locken.