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Busbegleiter in Moordeich Stuhrer Eltern sorgen für Sicherheit auf Schulweg

Von Dirk Hamm | 02.12.2016, 19:02 Uhr

„Elterntaxis“ sind ein berüchtigtes Phänomen an vielen Schulen – so auch am Neuen Weg in Moordeich, weiß Sylvia Jelden: „Morgens spielen sich vor der Grundschule spannende Szenen ab, wenn Eltern direkt vor der Schule halten und ihre Kinder abladen.“

Die Vorsitzende des Schulelternrates richtet einen Appell an diejenigen unter den Eltern, die durch diesen Mangel an Rücksicht die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen im Bereich der Grundschule und der benachbarten Lise-Meitner-Schule gefährden: „Bringt eure Kinder nicht bis ins Klassenzimmer. Parkt nicht vor der Schule, nutzt den Parkplatz direkt daneben.“

Eltern gefährden ihre eigenen Kinder

Hartmut Martens, Verkehrs-Fachbereichsleiter im Stuhrer Rathaus, schließt sich dem an und gibt zu bedenken: „Eltern gefährden teilweise ihre eigenen Kinder.“ Um dem entgegenzuwirken, habe sie sich schon überlegt, morgens an der Grundschule symbolisch gelbe Karten an die Fahrer der „Elterntaxis“ zu verteilen, sagt Sylvia Jelden. Mehrfach habe sie Eltern, die mitunter mit überhöhter Geschwindigkeit vorfahren und direkt auf dem Gehweg parken, auf ihr Verhalten angesprochen, mit ernüchterndem Resultat: „Was es da an Antworten gab, möchte ich gar nicht wiedergeben.“

Merkblatt zu richtigem Verhalten im Bereich von Schulen

Jelden engagiert sich auch im Verkehrsausschuss der Grundschule Moordeich. Wie auch an den anderen Grundschulen der Gemeinde bemühen sich Mütter und Väter ehrenamtlich darum, die Sicherheit vor allem der Kleinsten unter den Schülern auf dem Weg zum täglichen Unterricht zu verbessern.

Dabei ist jetzt ein Merkblatt herausgekommen, das bei den Infoveranstaltungen für die Eltern der künftigen Erstklässler verteilt werden soll. Einige der Empfehlungen lauten: Kinder nicht im absoluten Halteverbot ein- oder aussteigen lassen, an Haltestellen von Bus und Schultaxi immer damit rechnen, dass Kinder unvermittelt über die Straße laufen, mit verminderter Geschwindigkeit fahren.

Ehrenamtliche fahren in Schulbussen mit

Neben den gelben Füßen als Orientierungshilfen auf den Gehwegen zwischen Bushaltestelle und Schule, die alle ein bis zwei Jahre erneuert werden, ist die Organisation einer Busbegleitung laut Jelden ein weiteres Element der ehrenamtlichen Elternarbeit in Moordeich – ein Angebot, dass es in Stuhr nach Angaben von Martens noch nicht flächendeckend gibt. In Moordeich wird ein regelrechter Dienstplan erstellt, nach dem Busbegleiter mit orangenen Warnwesten in den Schulbussen mitfahren.

Sie achten etwa darauf, dass es kein Gedrängel gibt und dass die Kleinsten einen Sitzplatz bekommen. Leider sei es nicht möglich, so Jelden, dass alle Busse begleitet werden. Deshalb ihr zweiter Appell an die Eltern: „Übt mit den Kindern das richtige Verhalten am und im Bus.“