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Edgar Wöltje geht in Ruhestand Pionierarbeit im Stuhrer Kulturleben geleistet

Von Dirk Hamm | 28.04.2015, 20:31 Uhr

Als Edgar Wöltje kürzlich im Rathaus Stuhr die Besucherstatistik zu den Kulturveranstaltungen der Gemeinde im vergangenen Jahr präsentierte, war auch ein Schuss Wehmut bei dem 65-Jährigen auszumachen. Das verwundert nicht, denn der gebürtige Bremer tritt zum Monatsende in den Ruhestand, drei Jahrzehnte prägte er zuvor das Kulturleben in der Gemeinde wesentlich mit.

Der scheidende Fachdienstleiter und Kulturbeauftragte ist in der Rückschau dankbar, beim Dienstantritt im November 1984 „zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle“ gewesen zu sein. Denn schon bald darauf wurden das Müllerwohnhaus als Keimzelle der Künstlerstätte Heiligenrode und die Gutsscheune Varrel als Veranstaltungsort für große Konzerte nach Kauf und Renovierung durch die Gemeinde verfügbar. Und 1986 kam der Ratssaal im neugebauten Rathaus an der Blockener Straße hinzu.

Edgar Wöltjes Aufgabe bestand darin, diese neuen Kulturstätten mit Leben zu füllen. Außerdem war er an der Entstehung der Kunstschule Stuhr beteiligt und durfte mit den Standorten Moordeich und Brinkum gleich zwei neue Bibliotheken planen. „Ich hatte das Glück, etwas aufbauen zu können. Das war eine Herausforderung und ein sehr vielschichtiger Job“, zieht Wöltje Bilanz. Zu der Bilanz gehört auch, dass er im Grundsatz eine „nachfrageorientierte Kulturarbeit“ gemacht, zugleich aber immer darauf geachtet habe, „auch Nischen zu besetzen“. Er habe sich bemüht, die ganze Bandbreite der Kultur abzudecken und alle Altersgruppen anzusprechen.

Die Zeit als Kulturbeauftrager sei „absolut intensiv“ und von zahllosen Kontakten zu interessanten Menschen geprägt gewesen, sagt Edgar Wöltje. Doch jetzt freue er sich darauf, „nicht mehr vom Terminkalender fremdbestimmt zu sein“.