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Elternrat gegen Satzungsänderung Streit um Kita-Öffnungszeiten in Stuhr

Von Dirk Hamm | 18.11.2016, 16:38 Uhr

Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Einschränkungen bei den Sonderöffnungszeiten in den Kitas der Gemeinde Stuhr stoßen auf den Widerstand der Eltern.

Der Ratsausschuss für Jugend, Freizeit und Kultur hatte in dieser Woche vor dem Hintergrund einer zunehmend schwierigen Personalsituation einer Satzungsänderung zugestimmt, die die Betreuung vor 8 und nach 14 Uhr an bestimmte Kriterien bindet. So müssen bis zum 31. Januar mindestens fünf Kinder für eine Sonderöffnungszeit in einer Einrichtung angemeldet sein.

Die Elternvertreter lehnen diese Änderung entschieden ab. „Aus Sicht des Gemeindeelternrates kommt mit der geplanten Satzungsänderung eine massive Verschlechterung der Flexibilität und Ausprägung des Betreuungsangebotes auf die Eltern zu“, schreibt Silvia Rievers, Vorsitzende des Gremiums, in einer Stellungnahme zu der Empfehlung des Ausschusses, die gegen die Stimmen der Grünen ausgesprochen wurde.

Spätdienst könnte in mehreren Kitas wegfallen

Insbesondere befürchtet Rievers Nachteile für berufstätige Eltern, die auf die Betreuung in den zeitlichen Randbereichen angewiesen sind. Nach Angaben der Verwaltung ist die überwiegende Mehrheit der Erziehungsberechtigten, die die verlängerte Betreuung bis 15 Uhr in Anspruch nehmen, von einer Neuregelung nicht betroffen. Für 36 Eltern jedoch sei im laufenden Kindergartenjahr die Stunde von 16 bis 17 Uhr attraktiv. Allerdings werde nur in den Kindergärten Brinkum Marsstraße, Seckenhausen und Stuhr die in der Satzungsänderung geforderte Mindestzahl von fünf Kindern erfüllt. In den anderen Einrichtungen würde der Spätdienst – bei einer gleichbleibenden Anmeldesituation – im Kindergartenjahr 2017/18 wegfallen. Laut Fachdienstleiterin Kerstin Frohburg wäre dies beim Frühdienst nicht der Fall.

Sorge der Elternvertreter um berufliche Existenzen

Elternvertreterin Silvia Rievers gibt zusätzlich zu bedenken, dass für viele berufstätige Eltern nicht ein halbes Jahr im Voraus absehbar sei, ob eine Betreuung ihres Sprösslings in einer Sonderöffnungszeit erforderlich wird. In Einzelfällen könnten bei einer Einschränkung berufliche Existenzen auf dem Spiel stehen.