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Gemeinde Stuhr stellt sich quer Wohnbauprojekt in Moordeich steht auf der Kippe

Von Dirk Hamm | 01.11.2018, 18:25 Uhr

An der Moordeicher Landstraße in der Gemeinde Stuhr will ein Verein generationsübergreifend und günstig Wohnraum schaffen. Ein Rechtsstreit bremst das Projekt vorerst aus.

Ein Rechtsstreit wirft große Fragezeichen auf, ob der Verein Gemeinsam Leben in Stuhr sein geplantes generationsübergreifendes Wohnprojekt in Moordeich wie gewünscht verwirklichen kann. Ein aus Sicht der Initiative bestens geeigneter Standort war eigentlich schon gefunden, ein knapp 5000 Quadratmeter großes, an eine Hofstelle angrenzendes Grundstück an der Moordeicher Landstraße.

Das Problem: Um an dieser Stelle wie vorgesehen 18 bis 20 Wohnungen für ältere Menschen und junge Familien bauen zu können, muss die Gemeinde Stuhr den Flächennutzungsplan ändern. Das hat aber der Verwaltungsausschuss bereits abgelehnt. Die Eigentümer, von denen der Verein das Grundstück in Erbpacht übernehmen möchte, haben dagegen beim Verwaltungsgericht in Hannover Klage eingereicht.

Wenig Hoffnung auf die Wunschlösung

Bei einem Ortstermin konnte Richter Andreas Kleine-Tebbe jetzt den Vereinsmitgliedern wenig Hoffnung auf die Wunschlösung machen. Die Gemeinde habe es selbst in der Hand, wie sie planerisch vorgehe, erläuterte der Richter.

Die Verwaltung hatte ihre ablehnende Haltung auch damit begründet, dass die für günstige und altersgerecht gestaltete Wohnbebauung ins Auge gefasste Grünfläche als Überschwemmungsfläche diene. Auch müssten bestimmte Abstände zu landwirtschaftlichen Betrieben eingehalten werden, und auch die Zuwegung wurde als problematisch bewertet.

Richter regt Mediationsverfahren an

Einwände, die der Verein Gemeinsam Leben in Stuhr nicht gelten lassen will. So könnte etwa ein Rückhaltebecken den Wegfall der Überschwemmungsfläche auffangen. Und auf der Hofstelle werde seit Jahren keine Viehzucht mehr betrieben.

Richter Kleine-Tebbe brachte als Lösungsweg ein Mediationsverfahren ins Spiel. Auch dem Verein ist sehr daran gelegen, dass sich alle Beteiligten inklusive des Bürgermeisters an einen Tisch setzen. Die Grundstückseigentümer haben sich schon bereit erklärt, für einen Dialog die Klage zurückzuziehen.

Verein will nicht aufgeben

„Wir wollen nicht aufgeben“, sagt Dagmar Bischof vom Vorstand des Vereins. Sie vermisst die Rückendeckung der Politik, obwohl das Vorhaben „ein Pilotprojekt für die Gemeinde“ wäre. Wegen der angestrebten Erbpacht-Lösung und des vorgesehenen Genossenschafts-Modells könne in Zeiten des teueren Bauens ein Projekt „richtig günstigen Wohnbaus“ verwirklicht werden.

Laut Bischof hat der Verein derzeit 27 Mitglieder. 70 bis 80 Interessenten gebe es für das Genossenschafts-Projekt. Sollte es an der Moordeicher Landstraße nichts werden, habe man noch weitere potenzielle Grundstücke auf der Liste.