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Gläubige aus Stuhr auf Jakobsweg In elf Jahren soll Ziel der Pilgerreise erreicht sein

Von Dirk Hamm | 14.07.2015, 19:39 Uhr

Seit 2012 legen Gläubige der Kirchengemeinden Varrel und Stuhr jährlich ein Stück des Jakobswegs zurück. 2300 Kilometer liegen noch vor ihnen.

Ich bin dann mal weg – das haben sich rund 15 Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden Varrel und Stuhr vor drei Jahren gesagt, als sie die erste Etappe einer 3002 Kilometer langen Pilgerreise angingen. In jährlichen Abschnitten wollen die Gläubigen den Jakobsweg bis zum Zielort Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens bewältigen. 709 Kilometer haben die Pilger auf den bisher vier Etappen nach Angaben von Eike Fröhlich, Varreler Pastorin und Initiatorin des Pilgerprojekts, bereits geschafft.

In diesem Jahr hat die Gruppe von Männern und Frauen im Alter von 49 bis 78 Jahren in siebeneinhalb Tagen die Eifel durchquert und zwischen Bad Münstereifel und Trier 194 Kilometer zurückgelegt. 2012 waren die Gemeindemitglieder in Varrel aufgebrochen, in Wildeshausen stießen sie auf den Jakobsweg.

„Alleine hätte ich aufgegeben“

In diesem Jahr schloss sich Susanne Hertrampf erstmals den Pilgern an. „Ich wollte das schon immer mal machen“, sagt die Varrelerin. Ihre Motivation sei es, „beim Pilgern einmal ganz abzuschalten und an die eigenen Grenzen zu gehen“. Die Gemeinsamkeit in der Gruppe habe ihr den Antrieb gegeben, die Strapazen von im Schnitt 28 Kilometern Wanderstrecke pro Tag samt Blase am Fuß durchzustehen. „Alleine hätte ich aufgegeben“, ist sich die 54-Jährige sicher. Der Wechsel zwischen Gesprächen und Schweigezeiten während des Wanderns habe ihr gutgetan.

Übernachtet wird nach Möglichkeit in kirchlichen Gemeindehäusern. Beginn und Abschluss jedes Tagesabschnitts, der von Kirche zu Kirche führt, markieren Andachten. Elf Etappen liegen laut Eike Fröhlich noch vor den Pilgern, 2026 soll das Ziel erreicht sein.