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Haushalt mit schwarzer Null Kaum noch freie Gewerbegrundstücke in Stuhr vorhanden

Von Dirk Hamm | 20.11.2018, 08:37 Uhr

Gewerbeflächen sind zur Mangelware in der Gemeinde Stuhr geworden. Bislang können Einnahmen aus Grundstücksverkäufen aber noch zum Haushaltsausgleich genutzt werden.

„Wir haben in Stuhr nicht unbegrenzt Flächen zur Verfügung.“ Diese Erkenntnis, die sonst vor allem dem Wirtschaftsförderer der Gemeinde Kopfzerbrechen bereitet, stammt vom Stuhrer Kämmerer Christian Möller. Der konnte bisher die Einnahmen aus Grundstücksverkäufen zum Ausgleich des Haushalts der Gemeinde verwenden. In Zukunft wird das kaum mehr möglich sein, berichtet Möller: „Wir haben fast keine Gewerbeflächen mehr.“

Gemeinde tritt auf die Bremse

Bei der Wohnbebauung hingegen tritt die Gemeinde laut dem Kämmerer bewusst auf die Bremse: „Hier halten wir uns ein bisschen zurück.“ Als Grund dafür nennt der Finanzexperte die Folgekosten für die Infrastruktur, etwa bei den Kindertagesstätten. In Neukrug war erst in diesem Sommer eine neue Kita eröffnet worden. In dem in Neukrug ausgewiesenen Mischgebiet gelte zunächst einmal Vorfahrt für gewerbliche Betriebe, so Möller. Es sei dann zu schauen, welche Interessenten in der Nachbarschaft von Firmen bauen wollen.

Baugebiet in der Entwicklung

Ein größeres Baugebiet befindet sich derzeit in Brinkum in der Entwicklung. Im Bereich südlich der Straße Auf dem Steinkamp stehen nach einem Zukauf durch die Gemeinde insgesamt 2,9 Hektar für die Wohnbebauung zur Verfügung, ein Vorentwurf für den Bebauungsplan ist erstellt worden. Bis zu 60 neue Wohneinheiten sollen hier in eingeschossigen Einzel- und Doppelhäusern entstehen.

Haushaltsentwurf im Ausschuss

Im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr rechnet Christian Möller mit einer „schwarzen Null“. Dank der außerordentlichen Erträge, die im Wesentlichen aus Grundstücksverkäufen stammen, kann laut dem Etatentwurf ein kleiner Überschuss von rund 44.000 Euro erzielt werden. Das Zahlenwerk wird heute Abend um 18.30 Uhr in öffentlicher Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen vorgestellt.

Gewerbesteuer wichtigste Einnahmequelle

Als größte Investition plant die Gemeinde 6,2 Millionen Euro für die Sanierung der beiden Sporthallen an der KGS Stuhr-Brinkum ein. Auf der Einnahmenseite rechnet Möller damit, dass die Gewerbesteuer als größter Posten wie im Vorjahr rund 30 Millionen Euro in die Gemeindekasse spült. Dass die Konjunktur nicht ewig so wie derzeit brummen werde, gibt der Kämmerer zugleich zu bedenken: „Das zeigt die Erfahrung.“