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Hilfe für Delmenhorster Tafel Viertklässler aus Moordeich spenden ihre Schulranzen

Von Dirk Hamm | 09.07.2015, 20:22 Uhr

Zum sechsten Mal haben Viertklässler der Grundschule Moordeich ihre Schulranzen für die Delmenhorster Tafel gespendet. Viele Eltern können sich die teuren Schultaschen nicht leisten.

Zwei Mal im Jahr erhält die Grundschule Moordeich Besuch von der Delmenhorster Tafel: Während die Schüler in der Adventszeit Schuhkartons mit allerlei Geschenken befüllen und an die Mitarbeiter der gemeinnützigen Einrichtung übergeben, sind es kurz vor den Schulferien ausgediente Schulranzen, die von den Viertklässlern und ihren Eltern zur Verfügung gestellt werden.

Als gestern Vormittag der weiße Kühllaster der Tafel vorfuhr, standen rund 20 abgegebene Ranzen und Sporttaschen auf der Bühne der Aula zur Abholung bereit. Walburga Bähre, Vorsitzende der Delmenhorster Tafel, der ehrenamtliche Mitarbeiter Klaus Ort und „Bufdi“ Thomas Keilbach waren nicht mit leeren Händen gekommen: Als Dankeschön brachten sie eine Kiste mit frischen Äpfeln und Bananen mit.

„Ihr setzt damit ein Zeichen“

Schulleiter Ulrich Brinkmann lobte die Bereitschaft der Viertklässler, sich von ihren lieb gewonnenen Schulutensilien zu trennen: „Ihr setzt damit ein Zeichen, dass ihr bereit seid, anderen zu helfen, die sich viele Dinge nicht leisten können.“ Neben der konkreten Unterstützung bedürftiger Familien sieht Brinkmann einen weiteren wichtigen Zweck mit der Spendenaktion erfüllt: Im Kopf der Schüler sei angekommen, „dass es Kinder gibt, denen es nicht so gut geht wie euch“.

Unübersehbar war, dass die Menge der in der Aula aufgereihten Ranzen in diesem Jahr geringer ausfiel als sonst; in den Vorjahren sind jeweils an die 30 Taschen zusammengekommen. Eine nachlassende Hilfsbereitschaft vermutet Ulrich Brinkmann nicht unbedingt dahinter. So seien die vierten Klassen diesmal etwas kleiner ausgefallen, und außerdem gebe es in diesem Jahrgang besonders viele Schüler, deren Geschwister im kommenden Schuljahr in Moordeich eingeschult werden und die dann den Ranzen des Bruders oder der Schwester übernehmen.

Einkommensschwache Familien melden Bedarf an

„Ihr macht anderen Kindern eine große Freude“, bedankte sich Walburga Bähre bei den Schülern. Sie habe unter den Kunden der Tafel wieder die Familien mit Kindern im Grundschulalter angesprochen, viele Eltern hätten Bedarf an einem Schulranzen für den Nachwuchs angemeldet. Rund 200 Euro müssten für einen ganz normalen Ranzen ausgegeben werden, das sei auch mit den staatlichen Zuschüssen für eine Reihe von einkommensschwachen Familien nicht zu stemmen, gab Bähre zu bedenken. Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres werden die Spenden dann verteilt.