Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

HM Anlagentechnik im Porträt Stuhrer Firma setzt auf den „Kapselschlitzer“

Von Dirk Hamm | 26.04.2017, 20:06 Uhr

Der „Kapselschlitzer“ ist die neueste Innovation der Firma HM Anlagentechnik. Hinter dieser etwas martialisch klingenden Produktbezeichnung verbirgt sich eine Maschine, deren Einsatz bei großen Kaffeeröstern nennenswerte Einsparpotenziale ermöglichen soll.

Der im Gewerbegebiet Brinkum-Süd ansässige Maschinen- und Anlagenbauer erwirtschaftet seinen Jahresumsatz, der im vergangenen Jahr laut Geschäftsführer Richard Berends bei 6,2 Millionen Euro lag, vor allem mit der Entwicklung und Installation von Anlagen für die Kaffeeindustrie.

Die neue Maschine soll Ende Mai auf einem internationalen Kongress in Berlin vorgestellt werden. Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen und Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier konnten sich bereits am Mittwoch bei einer Betriebsbesichtigung einen Eindruck von der Neuentwicklung verschaffen.

Maschine hilft bei Produktion von Kaffeekapseln

Die Idee für den „Kapselschlitzer“, der pro Minute 200 mit Kaffeepulver befüllte Kapseln aufschneidet und den ausgesiebten Inhalt ohne Rückstände wieder der Produktion zuführt, sei vor rund zwei Jahren entstanden, erläuterte Berends. Ein Firmenkunde aus der Kaffeeindustrie habe ein gängiges Problem bei der Herstellung der zunehmend verbreiteten Kaffeekapseln geschildert: Der Anteil des Ausschusses bei der Kapselbefüllung liegt demnach bei acht Prozent.

Bei rund um die Uhr laufender Massenproduktion summiere sich der Schaden auf rund eine Million Euro, rechnete Thorben Wilkens vor, der den „Kapselschlitzer“ entwickelt hat. „Diese Maschine rechnet sich schnell“, ergänzte Berends.

Innerhalb von drei Jahren Umsatz verdoppelt

Die Firma HM Anlagentechnik ist eine von vier Gesellschaften der unter anderem auch in Ganderkesee ansässigen Meyer Technik Unternehmensgruppe. 36 Mitarbeiter sind am Standort Stuhr beschäftigt. Zwei Auszubildende im Metallbau werden jedes Jahr eingestellt.

Die Nachfrage nach den Lagerungs-, Förder-, Dosier- und Mischanlagen aus Brinkum ist groß. Innerhalb von drei Jahren habe sich der Umsatz etwa verdoppelt, berichtete Berends, in diesem Jahr sei man zu 100 Prozent ausgelastet. Bis Ende des Jahres soll an der Diepholzer Straße ein Erweiterungsbau abgeschlossen werden.