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Infoabend im Rathaus Stuhr Steller Heide wird Landschaftsschutzgebiet

Von Marco Julius | 24.07.2016, 12:28 Uhr

Eine Exkursion und eine Infoveranstaltung im Rathaus Stuhr sollen über die rechtlichen Änderungen auf dem Gebiet der Steller Heide aufklären. Interessierte Bürger sind willkommen.

Die Steller Heide ist als Naherholungsgebiet in der Region ein Magnet und steht bereits unter europäischem Schutz. Nun muss der Schutz nach EU-Vorgabe verbessert werden. Deshalb wird die Steller Heide als Landschaftsschutzgebiet neu ausgewiesen. Eine Exkursion am Mittwoch, 3. August, 17 Uhr, sowie eine ab 19 Uhr anschließende Informationsveranstaltung im Rathaus Stuhr sollen über die geplanten Änderungen aufklären.

Paradies für Spaziergänger

Einst war das Gebiet südlich von Delmenhorst eine einsame Heide mit offenen Binnendünen. Nur Einsiedler in niedrigen Lehmhütten lebten hier. Es heißt, es wären Diebe gewesen, die Durchreisenden ihr Hab und Gut stahlen. Heute hingegen erholen sich Spaziergänger im größtenteils durch Eichenwald bestandenen Gebiet vom Alltag. Doch nicht nur Menschen fühlen sich hier wohl. Das Nebeneinander von Trocken- und Feuchtbiotopen der 80 Hektar großen Steller Heide führt laut Experten zu einer hohen biologischen Vielfalt.

Lebensraum Sand

Insbesondere die seltenen Pflanzen, die sich auf den kargen Lebensraum Sand spezialisiert haben, aber auch die nährstoffarmen Schlatts (Gewässer) aus der Eiszeit mit Kammmolchen und seltenen Libellen sowie die Eichenwälder, die das Gebiet dominieren, stehen seit 2004 unter europäischem Schutz der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Diese Richtlinie wird nun in nationales Recht übertragen, weshalb die Steller Heide als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wird.

Einstündige Exkursion

Die einstündige Exkursion führt Interessierte in die Sandlebensräume der Stelle Heide. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz Am großen Heerweg in Stuhr. Das Zentrum der Exkursion bilden die Binnendünen, die als eiszeitliches Relikt von naturhistorischer Bedeutung sind. Viele Akteure setzen sich seit Jahren für den Schutz dieses Lebensraums ein. Marco Plitzko, Umweltbeauftagter der Gemeinde Stuhr, Akteure des NABU Stuhr sowie der Naturschutzbehörde des Landkreises Diepholz stellen Besonderheiten des Gebietes vor.