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Initiative gegen Verkehrslärm Durchgangsverkehr stört Ruhe in Moordeicher Wohngebiet

Von Dirk Hamm | 23.05.2016, 22:31 Uhr

Eigentlich müsste es ziemlich ruhig und beschaulich zugehen im Wohnquartier zwischen Danziger Straße, Neuer Weg und Am Hexendeich in Moordeich. Schließlich ist auf diesen Straßen nur Tempo 30 erlaubt. Doch die Realität sieht anders aus, weiß Gosia Gliwa: „Immer mehr Fahrzeuge fahren hier vorbei, und viele halten sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung.“

Das gefährde nicht nur Kinder und Jugendliche aufg dem Weg zur Grundschule und Lise-Meitner-Schule am Neuen Weg, so Gliwa, sondern ziehe auch eine unerträgliche Lärmbelastung nach sich: „Man kann nicht mehr genießen, auf der Terrasse zu sitzen, weil es so laut ist.“

Mit einer selbst organisierten Verkehrszählung haben mehrere genervte Anwohner im Herbst vergangenen Jahres darauf abgezielt, diese Eindrücke statistisch zu untermauern. Von dem Ergebnis – 2700 Fahrzeuge an einem Donnerstag zwischen 7 und 21 Uhr – sieht sich Gosia Gliwa, die seit 17 Jahren an der Danziger Straße wohnt, in ihrer Einschätzung bestätigt. Die schmalen Straßen ihres Wohngebiets seien seit der Fertigstellung des Autobahnanschlusses in Groß Mackenstedt immer mehr zur Abkürzungsstrecke für den Durchgangsverkehr geworden, und der Ausbau des Schulstandorts Neuer Weg bringe zudem eine zunehmende Zahl von Schülertransporten mit sich.

Inititiative schlägt Durchfahrtsverbot vor

Einige Anwohner wollen nun etwas gegen die unbefriedigende Verkehrssituation unternehmen und haben die Bürgerinitiative „BürgerMoordeichGegenLärm“ aus der Taufe gehoben. Gosia Gliwa hat nach eigenen Angaben innerhalb von zehn Tagen bereits 115 Unterschriften gesammelt. In Kürze sollen diese samt einem Katalog an Veränderungsvorschlägen an die Gemeinde Stuhr übergeben werden. Gliwa schwebt da vor allem vor, die Danziger Straße und die Straße Am Hexendeich mithilfe von Schildern, die ein Durchfahrtsverbot anzeigen, voneinander zu trennen und so vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Gemeinde Stuhr arbeitet an Lärmaktionsplan

Unterdessen arbeitet die Gemeinde Stuhr an einem Lärmaktionsplan für das gesamte Gemeindegebiet. Eine solche Konzeption ist nach EU-Vorgabe von allen Kommunen aufzustellen. Laut dem Stuhrer Umweltbeauftragten Marc Plitzko wird angestrebt, den Aktionsplan in diesem Jahr zu verabschieden. Der Entwurf empfiehlt unter anderem Fahrbahnverengungen an der Varreler, Stuhrer und Moordeicher Landstraße sowie lärmmindernde Straßenbeläge auf der B6 und B51. Bindend sei das zwar nicht, aber der Lärmschutz erhalte mehr Gewicht bei künftigen Planungsentscheidungen.