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Kamera am Dreieck Stuhr in Betrieb Polizei dank Livebilder schneller am Unfallort

Von Dirk Hamm | 14.07.2016, 17:56 Uhr

40 Meter hoch ragt seit einigen Monaten ein schlanker Stahlmast am Autobahndreieck Stuhr in Groß Mackenstedt in die Höhe, an der Spitze nimmt eine Kamera den gesamten Verkehr auf dem Knotenpunkt in den Blick. Allerdings hat es eine Weile gedauert, bis die Kamera in Betrieb genommen werden konnte. Seit Mittwoch liefert der „Spion“ jetzt aus der Vogelperspektive Bilder an die Autobahnpolizei Ahlhorn.

Das hat Melissa Oltmanns, Sprecherin der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, mitgeteilt. Somit kann in der Dienststelle der Autobahnpolizei auf einem Bildschirm nun der Verkehrsfluss auf den Autobahnen A1 und A28 im Bereich des Dreiecks Stuhr beobachtet und auf Verkehrsbehinderungen reagiert werden.

„Aufzeichnung findet nicht statt“

Zugleich versichert Oltmanns, dass die Datenübertragung keine anderen Zwecke zu erfüllen habe: „Die Kamera erfasst keine personenbezogenen oder personenbeziehbaren Daten. Eine Aufzeichnung findet nicht statt.“ Auch Ralf Burdorf, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Autobahnpolizei, legt Wert auf diese Feststellung. „Es geht um reine Verkehrsbeobachtung.“ Auf den Livebildern seien weder Fahrzeuginsassen noch Kennzeichen zu erkennen.

Verzögerung durch Obama-Besuch

Nach Angaben Burdorfs sei es schwieriger als zunächst gedacht gewesen, die Durchleitung des Kamerasignals über mehrere Stationen bis zur Dienststelle in Ahlhorn einzurichten. Ein weiterer Grund für die Verzögerung der Inbetriebnahme seien Großveranstaltungen wie der Besuch von Barack Obama im Mai in Hannover gewesen, die Polizeikräfte gebunden haben.

Polizei schneller am Unfallort

Auf Initiative Burdorfs und nach dem Vorbild ähnlicher Verkehrsbeobachtungssysteme an anderen Knotenpunkten war der Kameramast im März am Autobahndreieck Stuhr von Spezialisten der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen aufgestellt worden. Der Vorteil der Vogelperspektive liege darin, so Burdorf, dass Unfälle auf dem Dreieck Stuhr mit seinen verschiedenen Rampen präzise lokalisiert werden und die Polizeibeamten schneller vor Ort sein könnten.