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Konzert vor über 450 Zuschauern Bluegrass-Konzert holt Amerikas Norden nach Varrel

Von Frederik Grabbe | 26.11.2017, 18:43 Uhr

Drei Bands, ein Musikstil: Mit dem Bluegrass-Jamboree kam am Samstag zum neunten Mal eine der wichtigsten amerikanischen Folk-Richtungen nach Varrel.

Das Wort „Jamboree“ bedeutet im Wortursprung eigentlich „Pfadfinderlager“. Insofern darf man davon sprechen, dass am Samstag ein Pfadfinderlager mit besten musikalischen Grüßen aus Amerikas Norden in der Gutsscheune Varrel aufgeschlagen hat: Das „Blue-grass Jamboree“ tourt zum neunten Mal durchs Land. Mit dem Bluegrass hielt eine der wichtigsten musikalischen Richtungen des amerikanischen Folk Einzug in die historische Anlage.

Schwere Kost? Mitnichten!

Stücke über den Mistkerl, der einen das Herz gebrochen hat; über die Armut, die man trotz allem zusammen durchsteht; oder über das eigene harte Leben– einigen Liedtexten nach zur urteilen, kam mit den drei Gruppen „Lula Wiles“, „Lonesome Ace String Band“ und „Lonely Heartstring Band“ ziemlich schwere Kost auf die Bühne der Varreler Gutsscheune.

Im halsbrecherischen Galopp über blau-grünes Weideland

Der Eindruck trügte in Teilen aber. So fachten vor allem die drei Kanadier der „Lonesome Ace String Band“ die Begeisterung im Publikum immer wieder an. Wenig verwunderlich, hatte sie sich doch selbst auferlegt, Tanzmusik im besten Hillbilly-Stil der 40er Jahre zu spielen. Das hörte sich praktisch so an, dass das Zusammenspiel aus wuchtigem, gezupftem Bass, flinker Geige und schnellem Banjo extrem rhythmisch daherkam. Wer sich zuvor die Zwischenmoderation von Veranstalter Rainer Zellner angehört hatte, der beschrieb, dass „Bluegrass“ nach dem blau schimmernden Gras im Staate Kentucky benannt worden sei, hatte sodann den Eindruck, er reite im halsbrecherischen Galopp über blau-grünes Weideland. Das gute Echo mag auch an der Moderation John Showmans gelegen haben, der zwischendurch versuchte, Deutsch zu sprechen – was ziemlich sympathisch rüberkam („Meine Kollegen sind faul und hässlich – und sprechen zum Glück kein Deutsch“).

Gesang voller Hingabe

Ein Gang langsamer hatte es das Frauen-Trio „Lula Wiles“ zuvor angehen lassen: Ihr Instrumentenspiel war virtuos, ihre wahre Stärke waren aber die Gesangseinlagen, die sie mit voller Hingabe vorbrachten. Alles in allem bot das Gut Varrel einen Abend voller musikalischer Leckerbissen – was mehr als 450 Zuschauer zu schätzen wussten.