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Lesung im Rathaus Stuhr Schicksal von Kindersoldaten literarisch verarbeitet

Von Dirk Hamm | 12.05.2016, 19:01 Uhr

Wilhelm Eugen Mayr, ehemaliger Lehrer an der KGS Brinkum, befasst sich in seinem zweiten Roman mit dem Schicksal von Kindersoldaten. Am 19. Mai liest er daraus im Rathaus

Ein Zeitungsartikel hat Wilhelm Eugen Mayr nach eigener Aussage vor einigen Jahren für ein brisantes Thema sensibilisiert, das ihn seitdem nicht mehr loslässt: In vielen Konfliktgebieten weltweit stehen hunderttausende Kindersoldaten unter Waffen. „Ich versuche, in ganz kleinem Maße dagegen zu wirken“, sagt Mayr. Dabei nutzt der ehemalige Lehrer an der KGS Stuhr-Brinkum, der vielen noch unter dem Spitznamen „Beppo“ bekannt sein dürfte, die ihm vertrauten Mittel der Literatur und des Theaters. Am Donnerstag, 19 Mai, 20 Uhr, liest Mayr im Rathaus Stuhr aus seinem zweiten Roman „Blind – Kindersoldaten, zum Töten gezwungen“.

Romantitel „Blind“ bewusst zweideutig

Der Titel des 380 Seiten umfassenden Buches, das kürzlich im Verlag DeBehr erschienen ist, ist bewusst zweideutig angelegt, erklärt Mayr: „Wir in Europa stellen uns gegenüber dem Schicksal der Kindersoldaten blind. Und im Roman ist ein Mädchen von selbst ernannten islamischen Gotteskriegern geblendet worden.“ Der langjährige Leiter der Musical-AG an der KGS Brinkum hat die Auseinandersetzung mit dem Schicksal von zum Kriegsdienst gezwungenen Kindern und Jugendlichen zunächst in Form eines Theaterstücks aufgearbeitet. Während eines Aufenthalts mit seinen Schülern in Marokko konnte das Stück vor Ort zum Teil mit einheimischen Jugendlichen fünfmal aufgeführt werden. „Wir haben damit offene Türen eingerannt“, sagt Mayr.

Lesung wird keine Ein-Mann-Show

Nach seiner Pensionierung 2013 und der Veröffentlichung seines Erstlingsromans „Verschleppt in der Sahara– In der Hand von Terroristen“ hat Mayr den Stoff des Theaterstücks überarbeitet und in Romanform gegossen. Am 19. Mai erwartet die Gäste seiner Lesung keine Ein-Mann-Veranstaltung: Unterstützt wird „Beppo“ Mayr durch KGS-Lehrerin Sabine Habekost, die einen Lesepart übernimmt, und einige ehemalige Schüler, die drei Lieder beitragen. Darunter den Song „Soldaten haben das Dorf umstellt“, den Mayr eigens für die Lesung komponiert hat.

Mayr will Hälfte des Erlöses aus Buchverkauf spenden

Im Foyer des Rathauses haben die Besucher vor der Lesung die Möglichkeit, sich an Ständen der Hilfsorganisationen terre des hommes und Amnesty International über Projekte zum Schutz von Kindern zu informieren und zu spenden. Ein Eintritt wird an diesem Abend nicht verlangt. Außerdem möchte Mayr 50 Prozent der Erlöse aus dem Verkauf seines Buches terre des hommes zugutekommen lassen.