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Linie 55 in Stuhr weitet Angebot aus Kürzer warten auf die Busse zum Roland-Center

Von Dirk Hamm | 02.11.2018, 19:17 Uhr

Das ÖPNV-Angebot in Stuhr soll attraktiver werden. Der erste Schritt erfolgt am Montag, 5. November: Zu den Hauptverkehrszeiten fahren die Busse der Linie 55 zum Roland-Center jetzt alle 20 Minuten.

Mit dem Fahrplanwechsel am Montag, 5. November, wird das öffentliche Nahverkehrsangebot in der Gemeinde Stuhr spürbar ausgeweitet. Denn von diesem Tag an verkürzen sich die Intervalle der Buslinie 55 zu den Hauptverkehrszeiten um 20 Minuten. Damit befördern nach Angaben von Hartmut Martens, Verkehrs-Fachbereichsleiter im Stuhrer Rathaus, nunmehr 78 statt bislang 58 Busfahrten Fahrgäste zwischen dem Roland-Center in Bremen- Huchting und dem ZOB in Stuhr-Brinkum.

Laut dem neuen Fahrplan fahren die Busse künftig montags bis freitags von 6 bis 9 Uhr sowie von 15.30 bis 18.30 Uhr im 20-Minuten-Takt. Zwischen 9 und 15.30 Uhr werden die Haltestellen alle 30 Minuten angefahren. Abends und am Wochenende bleibt der Fahrplan unverändert.

Hoffen auf zusätzliche Fahrgäste

Sowohl bei der Gemeinde Stuhr und dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), die den Betrieb der Linie 55 bezuschussen, als auch seitens der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) als deren Vertragspartner erhofft man sich von der Angebotserweiterung eine bessere Nutzung der Busse. Ob sich diese Hoffnung erfüllt, werde sich aber noch nicht so schnell erweisen, meinte Hartmut Martens am Freitag bei der Vorstellung des neuen Takts der Linie 55 am ZOB in Brinkum: „Es braucht viele Monate oder sogar Jahre, bis wir sagen können: Wir sitzen im Sattel.“

Immerhin hätten sich die Wartezeiten auf die Busse, die zwischen den Endpunkten Haltestellen in Stuhrbaum, Alt-Stuhr und Moordeich bedienen, „erheblich verkürzt“, so Martens. Als weiteren Vorteil der zusätzlichen Busfahrten auf der Linie 55 nannte der Fachbereichsleiter eine bessere Anbindung an die Straßenbahnlinien 1 und 8 sowie die Regionalbusse am Roland-Center.

Mehrkosten von 140.000 Euro

Reiner Bick, stellvertretender Geschäftsführer des ZVBN, pflichtete dem bei: „Die Erfahrung zeigt, dass Fahrgäste nur hinzugewonnen werden können, wenn das Angebot spürbar verändert wird.“ Stefan Neumann, Verkehrsplaner bei der BSAG, sieht bei der Linie 55 jetzt einen „städtischen Takt“ wie in Bremen verwirklicht.

Nach Auskunft von Reiner Bick lassen sich die Gemeinde Stuhr und der ZVBN die Angebotserweiterung 140.000 Euro im Jahr kosten, jeder der Partner trägt davon die Hälfte. „Der öffentliche Personennahverkehr trägt sich nicht von alleine“, betonte er.

Straßenbahn wirft Schatten voraus

Mit den zusätzlichen Fahrten der Linie 55 ist ein erster Kernpunkt des Mobilitätskonzepts abgearbeitet worden, das der Rat der Gemeinde Stuhr 2017 beschlossen hatte, um den öffentlichen Nahverkehr in Stuhr attraktiver zu gestalten. Schon seit Jahren ruhen bei vielen die Hoffnungen aber vor allem auf der – juristisch vorerst auf Eis gelegten – Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 vom Roland-Center über Stuhr bis nach Weyhe. Kommt die Linie 8, werden „die Karten neu gemischt“, sagte Stuhrs Erster Gemeinderat Ulrich Richter am Freitag. Und Reiner Bick verwies auf die vertragliche Regelung, dass im Falle der Verlängerung der Straßenbahn Gespräche über ein mit diesem Verkehrsmittel abgestimmtes „Busergänzungsnetz“ geführt würden.