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Marsch zum Mahnmal Oberheide Gedenken an frühere Zwangsarbeiter in Stuhr

Von Frederik Grabbe | 22.11.2017, 19:34 Uhr

In der Gemeinde Stuhr wurde am Mittwoch an das Schicksal der 800 Lagerinsassen in Obernheide während des Nazi-Faschismus‘ erinnert. Eine besondere Rolle kam zwei Schülerinnen der Lise-Meitner-Schule zu.

Es sollte ein Tag der Besinnung und Neuorientierung sein und ein Zeichen gegen Hass gegenüber Flüchtlingen dieser Tage: Mit diesen Worten hat am Mittwoch Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen den Gedenkgang zum Mahnmal Obernheide eingeleitet. Am Buß- und Bettag wurde in Stuhr an die Deportation und Ermordung Stuhrer Juden während des Nazi-Faschismus‘ erinnert und Opfern von Krieg und Gewalt auf aller Welt gedacht. Konkret sprach Thomsen über 500 ungarische und 300 polnische Lagerinsassen, die während des Nationalsozialismus’ im KZ-Außenlager Obernheide lebten und Zwangsarbeit in Bremen verrichten mussten.

Gestellter Dialog mit Zeitzeugin

Bei der Gedenkfeier am Mahnmal selbst waren auch Schüler von der Lise-Meitner-Schule in Moordeich dabei. Die Schülerinnen Leticia Honka und Lara Szymborski aus dem zehnten Jahrgang stellten einen Dialog mit der ehemals deportierten Zeitzeugin Lily Kertesz nach und erinnerten auf diese Weise an das Leid der Insassen in dem früheren Lager Obernheide. Sie schilderten in dem Dialog den Hunger und die Kälte im Winter 1944/45, die Zeit, in der Kertesz, im Lager untergebracht war. Auch qualvolle Fußmärsche, die die Zwangsarbeiter nach Bremen gehen mussten, wurden thematisiert.