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Mit Musik ins „Jahr des Affen“ Chinesisches Neujahrskonzert auf Gut Varrel

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 12.02.2016, 16:54 Uhr

400 Zuhörer haben das Chinesische Neujahrskonzert auf Gut Varrel verfolgt. Dabei beeindruckte auch die Instrumentierung.

„Ein bisschen spät für ein Neujahrskonzert“, mochte der eine oder andere Gast gedacht haben. Tatsächlich aber endete das vorige Jahr nach dem chinesischen Mondkalender erst am vergangenen Sonntag, 7. Februar. Seitdem schreiben die Chinesen „Das Jahr des Affen“. Das Chinese Traditional Orchestra des China National Opera & Dance Drama Theaters spielte sein großes Chinesisches Neujahrskonzert so gesehen am Donnerstagabend allemal zeitig auf Gut Varrel.

Rund 400 Besucher

So groß die kulturellen Unterschiede zwischen Mitteleuropa und dem Reich des Drachen auf den ersten Blick erscheinen mögen und so sehr Moderator Gerhard Schmitt-Thiel diese Unterschiede auch hervorhob, so eingängig gestaltete sich doch das musikalische Programm, dem rund 400 Gäste folgten.

Kein Kulturschock

Gleich, ob das Orchester unter der Dirigentin Hong Xia traditionelle chinesische Orchestermusik anstimmte oder auch Solokonzerte, wie etwa das Konzert für Gaohu und Orchester „Liebe der Schmetterlinge“, das He Zhanhao und Chen Gang 1959 komponierten: Den Kompositionen liegen offenkundig zumindest die gleichen Harmoniegesetze zugrunde wie hiesiger tonaler Musik. Auch sehen die chinesischen Blas-, Zupf- und Streichinstrumente zwar teilweise anders aus als bei uns, nehmen jedoch innerhalb des Orchesters ähnliche Funktionen ein und klingen überdies vergleichbar. Den vielzitierten „Kulturschock“ dürfte daher wohl kein Konzertbesucher erlitten haben.

Eingängige, effektvolle Musik

Zumal das offenkundig und augenscheinlich virtuose Orchester für sein Neujahrskonzert ausschließlich sehr eingängige, effektvolle Musik ausgewählt hatte, darunter eine Reihe einsätziger Solokonzerte. Auf diese Weise lernte das Publikum einige klassische chinesische Instrumente ein wenig genauer kennen: Das wunderschöne, entfernt an eine Harfe erinnernde Zupfinstrument „Guzheng“ etwa, auf welchem die Solistin Lei Dianyun Wang Yunfeis „Daling-Weise“ zelebrierte, oder auch diverse „Huqin“, so genannte „barbarische Streichinstrumente“, Instrumente also, die die Chinesen nicht selbst entwickelt, sondern eingeführt haben. Dem Publikum auf Gut Varrel gefielen sie, dem Beifall nach zu urteilen, dennoch.