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Nicole Feldmann-Paske Neue Gleichstellungsbeauftragte in Stuhr

Von Merlin Hinkelmann | 11.10.2016, 20:31 Uhr

Die Gemeinde Stuhr hat eine neue Gleichstellungsbeauftragte. Nicole Feldmann-Paske bringt einiges an Erfahrung für ihren neuen Arbeitsplatz mit.

An der Pinnwand im Büro von Nicole Feldmann-Paske hängen viele bunte Zettel. „Flyer“, „Infoabend“, „Veranstaltungsprogramm“, „Homepage“: Jede Notiz steht für eine Aufgabe. „Ich muss mir erst einmal einen Überblick darüber verschaffen, was auf mich zukommt“, erklärt die 39-Jährige. Seit dem 4. Oktober ist sie die neue Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Stuhr. Ihre Vorgängerin, Annegret Kurth, hatte zum Ende des vergangenen Jahres gekündigt. Ein Dreivierteljahr blieb die Stelle vakant – bis Feldmann-Paske als eine von rund 90 Bewerbern die Vollzeitstelle bekam. Das Metier ist nicht neu für sie: Drei Jahre hat die Diplom-Betriebswirtin aus Sulingen als Gleichstellungsbeauftragte für die Stadt Rehburg-Loccum im Landkreis Diepholz gearbeitet, damals noch in Teilzeit. Parallel war sie für die Koordinierungsstelle „Frauen und Wirtschaft“ tätig, half Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus

„Gleichstellung ist eine Querschnittsaufgabe, die alle möglichen Bereiche berührt“, betont Feldmann-Paske. Ab jetzt verwaltet sie das Budget für Gleichstellungsprojekte und ist an allen personellen Maßnahmen der Gemeinde beteiligt. Sind Stellenanzeigen gendergerecht formuliert? Werden Frauen und Männer bei der Einstellung gleich behandelt? Darauf hat Feldmann-Paske ein Auge. Eine „ganz wichtige“ Aufgabe sei zudem die gleichstellende Erziehungsarbeit. „Viele Eltern denken noch in alten Berufsmustern“, weiß die Mutter zweier Kinder und nennt ein Beispiel: „Frauen können genauso als Elektrikerinnen arbeiten wie Männer als Erzieher oder Altenpfleger.“ Man müsse festgefahrene Denkweisen aufbrechen und sich auf die persönlichen Fähigkeiten von Berufsanfängern konzentrieren. Besonders am Herzen liegt Feldmann-Paske die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, will deshalb auch die Möglichkeiten der Kinderbetreuung vor Ort ausloten. Außerdem will sie verstärkt mit Einrichtungen wie der Volkshochschule, dem Familienservicebüro, Flüchtlingsnetzwerken oder mit dem Stuhrer Frauentreffpunkt „Sie(h)da“ zusammenarbeiten.

„Ich will für die Bürger da sein.“

„Ich will Kontakte knüpfen, netzwerken und für die Menschen da sein“, so Feldmann-Paske. Sie hat sich den 25. November bereits rot im Kalender angestrichen. Dann ist der „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“. Was sie an dem Tag auf die Beine stellen wird, weiß sie noch nicht. „Es gibt viel zu tun“, stellt sie fest. „Ich wünsche mir einfach, dass jeder Mensch unabhängig von seinem Geschlecht die gleichen Chancen hat.“